Ich kann nicht glauben, dass ich schon wieder vor meiner Tastatur und meinem Bildschirm sitze und schon wieder über dich schreibe. Das letzte Mal ist etwa drei Monate her… Und ich wünschte, ich könnte an dieser Stelle in selbstironischer Weise erzählen, dass sich alles zum Guten entwickelt hat und wir jetzt in unserem „Happy Ever After“ leben. Doch das hier ist kein Märchen, sondern die fucking Realität und die ist momentan nur schwer zu ertragen.
Aber… etwas hat sich geändert. Etwas fundamentales. Etwas, das einen Riss in meiner sorgfältig bewachten Mauer verursacht hat. Oh, und wie ich versucht habe, diesen einen Riss zu schließen – immer und immer wieder, aber du… du hast ihn irgendwie jedes Mal gefunden und dann mit deinen wunderschönen, perfekten Händen vergrößert, so dass meine sichere Mauer am Ende gefallen ist.
Da saß ist also und habe mich dir verletzlich und emotional gezeigt und was hast du gemacht? Mich einfach genauso akzeptiert, wie ich da so vor dir stand – ein kleines Häufchen Elend. „Wer dich nicht akzeptiert, wenn du traurig bist, hat dich auch nicht verdient, wenn du glücklich bist.“ – hast du gesagt. Und ich war so bewegt von deinen Worten und war dir unendlich dankbar dafür. Das war am letzten Arbeitstag 2025…
Seitdem hatten wir noch ein paar Gespräche – nicht nur dummen Smalltalk, in dem ich ohnehin nicht die Beste bin, sondern tiefergehende Themen. Und die brauchte ich so unbedingt. Weil ich dich besser kennenlernen und mehr über deine Gefühls- und Gedankenwelt wissen wollte. Ich brauchte mehr Details, damit die ausgedachte Version in meinem Kopf endlich kleiner wird.
In meiner Naivität dachte ich, dass meine Gefühle vielleicht irgendwann weniger werden, je mehr ich von dir wusste. „Weil du dann ja vielleicht gar nicht so perfekt bist, wie ich es mir ausgedacht habe.“
Tja, das Gegenteil ist passiert – je mehr ich wusste, desto lauter rief mein Herz deinen Namen. Und es flattert noch heute wie ein dummer Schmetterling, wenn du mich ansiehst, mir zulächelst, ich dich lachen höre oder dich beim Lachen sogar beobachten kann.
Weißt du eigentlich, dass du rot wirst, wenn du aus vollem Herzen lachst? Ich schwöre, es ist das Schönste, was ich je gehört und gesehen habe.
Wir sind uns manchmal so nahe, dass ich dein Profil studieren kann. Ich kann die kleinen Lachfalten zählen, deine unglaublich langen Wimpern bewundern und mich in deinen wunderschönen Augen verlieren. Sie sind so blau wie der Frühlingshimmel, der sich jetzt immer öfter zeigt und zu dem ich regelmäßig aufsehe, wenn ich draußen bin. Dieses schöne Blau werde ich für immer mit dir in Verbindung bringen.
Fuck, nach dem ich diese Zeilen geschrieben habe, merke ich erst, dass ich noch tiefer in meine Gefühle für dich gefallen bin, als ich bisher zugeben wollte. Was vor zwei Jahren noch ein kleiner, leiser und unschuldiger Funken in meinem Hinterkopf war, ist zu einem alles niederbrennenden Waldbrand geworden.
Was würdest du über mich denken, wenn du das alles wüsstest? Wenn du wüsstest, dass ich dich in meinen Gedanken überall hin mitnehme?
Zum Beispiel auf das Konzert, das ich am Freitag vollkommen allein besucht habe. Weil du mir Mut gemacht hast und ich an diesem Tag generell etwas total Verrücktes getan habe und meine Gefühle einfach mit mir durchgegangen sind.
Und ich habe während des gesamten Abends nur an dich gedacht. Ich habe dir sogar geschrieben, wie aufgeregt ich bin und dass ich noch gar nicht begreifen kann, dass ich gerade etwas tue, das weit außerhalb meiner Komfortzone liegt. Und du warst einfach die ganze Zeit in Gedanken bei mir und hast miterlebt, wie ich etwas tat, das als persönliches Highlight in meine Geschichte eingeht.
Und dann war es vorbei. Der Rausch der Glücksgefühle lies nach, mein Hirn schaltete sich an und sagte mir in Dauerschleife: „Wieso hast du ihm so oft geschrieben?“, „Es ist jetzt viel zu spät, um ihm zu sagen, dass du gut zu Hause angekommen bist.“, „Was soll er denken, wenn er wüsste, dass er der letzte Gedanke ist, bevor du einschläfst?“ „Du bist nicht SO Besonderes. Ihr seid euch nähergekommen, aber doch nicht SO nahe.“, „Bilde dir nichts ein.“, „Der Mann hat Familie. Du darfst nicht.“, „Sei vernünftig…“, „Mit anderen hat er eine noch viel tiefere Verbindung.“
Tja und da sind wir wieder in der Realität. Und bei den Gründen, warum wir nicht im „Happy Ever After“ leben. Und warum das hier kein Liebesbrief ist. Und warum der Gedanke, ein Leben zu wollen, dass ich niemals haben kann, so unfassbar schwer ist.
Aber ich muss es wenigstens einmal aussprechen, wenn auch nur anonym im Internet: Ich habe Gefühle für dich. Ich bin verliebt in dich. Und du bist der wundervollste Mensch, den ich in den letzten Jahren kennenlernen durfte. Mein Weg hat mich zu dir geführt, da bin ich mir sicher, auch wenn das Timing nicht schlechter sein könnte.
Jetzt sitze ich also hier, habe diese vielen Wörter geschrieben und am Ende immer noch keine Antwort auf die Frage, wie ich am besten loslasse. Aber vielleicht geht es gar nicht ums Loslassen, sondern darum, damit zu Leben und meinen Frieden zu finden.