Melancholy - “the pleasure of being sad”
Warum fühlen wir uns süchtig, nach einem Zustand, den wir Melancholie nennen?
Melancholie kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet schwarze Galle ( melas (μέλας) = schwarz, cholḗ (χολή) = Galle ). Die antiken Griechischen waren der Überzeugung, dass der menschliche Körper aus vier Flüssigkeiten besteht, welche miteinander harmonieren. Das Blut, welches für Lebensfreude und Optimismus steht, der Schleim, welcher Ruhe in Körper und Seele bringt, die Gelbe Galle, sie führt zu Reiz und schließlich die schwarze Galle, welche die Verantwortung für Trauer und Gedankenschleier trägt .
Ein Überschuss der schwarzen Galle führt zu Melancholie und bringt Menschen in einen traurig, nachdenklichen Zustand, in dem sie verweilen.
Heute wissen wir, Melancholie entsteht häufig dann, wenn biologische Faktoren wie Neurotransmitter-Ungleichgewicht auf persönliche Erfahrungen treffen. Darunter zählt zum Beispiel Sehnsucht, Nachdenklichkeit als auch Verlust.
Doch warum fühlt sich Melancholie wie eine Sucht an?
Wenn man versteht, wie klassische und operante Konditionierungen funktionieren, wird klar, dass man Verhaltensweisen, die belohnt werden, mit höherer Wahrscheinlichkeit weiterführt, als andere. Wie bereits erwähnt, ist Melancholie ein Zustand, der häufig durch Trauer und Verlust herbeigeführt wird. In solchen Momenten befinden man sich nicht selten in einem emotional intensiven Zustand. Man bekommt Angst oder ist überfordert, die Herzfrequenz erhöht sich und das Nervensystem reagiert über. Danach folgt in den meisten Fällen ein ruhiger Zustand, in der Psychologie spricht man da manchmal auch von Post-Emotionaler Ruhe. Der Körper erholt sich von intensiven Gefühlen und die Herzfrequenz sinkt wieder ab. Nun können Dopamine freigesetzt werden, als Belohnung für emotionale Verarbeitung. Das Gehirn ,,belohnt” also das Durchleben und Verarbeiten von intensiven Gefühlen. Endorphine steigen an, sie wirken leicht schmerzlindernd und entspannend.
Das Gehirn kann nun also Emotionale Intensität mit anschließender Ruhe verknüpfen und es entsteht ein Belohnungseffekt, der süchtig machen kann. Dies kann dadurch verstärkt werden, dass wir Melancholie oft als ,,bittersüß” wahrnehmen, denn sie verbindet negative Emotionen mit positiven Aspekten. Wir begeben uns in einen stillen Zustand, der uns näher zu uns selbst führt. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit zur Reflexion und Selbstfindung.
Dieser stille Zustand inspirierte und inspiriert viele Künstler und Poeten in ihrer Arbeit und kreiert eine eigene Welt der düsteren Schönheit.
Poeten der frühen Romantik des 19. Jahrhunderts waren der festen Überzeugung, dass Melancholie dazu führt, dass wir Gefühle wie Leidenschaft, Schönheit und Euphorie stärker wahrnehmen können.
Melancholie bringt uns also in einen Zustand der Stille, der uns mehr zu uns selbst führt und im Kontrast positive Aspekte mitschwingt, die unsere Ansichten und Wahrnehmungen positiv verändern können.