Opa, ich vermisse dich.
Heute ist es ein Jahr her, dass du gestorben bist. Du fehlst mir so unglaublich. Ich vermisse es mit dir zu telefonieren oder dir Briefe/E-Mails zu schreiben. Ich vermisse deine Karten zum Geburtstag oder zu Ostern und ich weiß, dass ich in 3 Tagen, zu Weihnachten, auch keine Karte von dir bekommen werde. Ich vermisse es meine Ferien bei dir zu verbringen und dann am Abend mit dir auf dem Sofa zu liegen und einzuschlafen. Ich vermisse es mit dir zum Stammtisch zu gehen oder dir bei deiner Bandprobe zuzuschauen. Ich vermisse dein Lachen, deine Stimme, deine Art, deine Geschichten - ich vermisse dich.
In dem letzen Jahr, dass ich mit dir verbracht habe, habe ich dir viel zu selten gesagt, wie wichtig du mir bist & dass ich dankbar für alles bin. Ich war überfordert mit der Situation, mit dem Krebs. Ich habe schon einmal einen wichtigen Menschen, Oma, durch Krebs verloren und hatte schreckliche Angst dich auch zu verlieren. Ich hatte immer Hoffnung, Hoffnung, dass du wieder gesund wirst. Aber ab Oktober war da nur noch Angst, ich wollte dich nicht verlieren, du warst so eine wichtige Person in meinem Leben. Ab Oktober ging es dann bergab, du konntest kaum noch etwas ohne Hilfe tun. Ich war jedes Wochenende bei dir und ich habe dir immer aus der Zeitungvorgelesen. Du hast es gemocht, wenn ich bei dir war und dir etwas erzählt oder vorgelesen habe. In der letzten Woche vor den Weihnachtsferien, rief meine Mutter an und meinte wir sollen so schnell wie möglich kommen, da sich deine Situation immer mehr verschlechterte. Am Morgen des 21.12. warst du kaum noch ansprechbar. Mittags hab ich meiner Tante beim Kochen geholfen, es gab Spaghetti mit irgendeiner Soße. Wir haben nicht alle zusammen gegessen, meine Tante und Mama waren bei dir, wir anderen in der Küche. Als ich fertig war mit essen, bin ich sofort ins Wohnzimmer gegangen, zu dir. Doch als ich die Tür öffnete, machtest du gerade deinen letzten Atemzug. Es war, als hätte man mir den Boden unter den Füßen weggerissen. Ich fing an zu weinen und fiel meiner Mama in die Arme. Wir alle weinten und lagen uns in den Armen. Den restlichen Tag saß ich neben dir, an deinem Bett, und hielt deine Hand und weinte. Ich hatte dich verloren - ich hatte eine der wichtigsten Personen in meinem Leben verloren.
In der ersten Zeit nach deinem Tod ging es mir nicht gut, ich habe viel geweint. Und auch die Beerdigung war anstrengend, der Friedhof war voll, es waren so viele Leute da und alle sagten mir was für einen tollen Opa ich gehabt hätte. Im Januar haben wir dein Haus ausgeräumt, da meine Tante dort einziehen würde. Ich war im Sommer dann wieder da, es ist schön geworden, aber es ist nicht mehr so wie früher. Im Sommer habe ich erstmals dein Grab besucht, ich war fast jeden Tag da und habe mich auf die Bank gesetzt und geweint. Ich habe mich an unsere schöne gemeinsame Zeit erinnert und habe mich an Sachen erinnert, die du leider nie mit mir erleben wirst, wie zum Beispiel mein Abitur oder meinen 18. Geburtstag.
Es war ein schweres Jahr ohne dich. Du bist und bleibst der allerbeste Opa den man sich vorstellen kann! Auch wenn du nicht mehr hier bist, du wirst immer in meinem Herzen bleiben und ich werde dich nie vergessen. Danke für alles, ich liebe dich ♥