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Literaturlounge

@eggi1972
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Die weiße Nacht - Anne Stern

 Die weiße Nacht - Anne Stern

Klappentext:
Der erste Fall für Lou & König: Ein Nachkriegskrimi, historisch präzise, bewegend und extrem spannend!
Kriminalkommissar Alfred König bekommt es im Hungerwinter 1946/47 mit einer Frauenleiche im Schnee zu tun. Die junge Fotografin Lou Faber hat die Tote in den Ruinen gefunden und trägt mit ihren Fotos unfreiwillig zur Ermittlung bei. Während Heiligabend näher rückt, lassen Lou die gefalteten Hände der Toten nicht los. Mit ihrer Intuition hilft sie König und ahnt bald, dass hinter seinem Schweigen ein Geheimnis steckt, das sie verbindet. Der Fund weiterer Leichen setzt die Ermittler unter Zeitdruck und weist in eine neue Richtung, zurück in die finstere Vergangenheit.
Für alle Gereon-Rath-Fans!
Rezension:
Es ist ganz schön kalt dieses Buch. Ich habe mich in den letzten Wochen immer wieder zur Arbeit geschleppt und gehofft noch ein oder zwei Kapitel in „Die Weiße Nacht“ zu lesen. Es waren stressige und kalte Wochen und ich wollte immer wieder in den Hungerwinter 1946/47 zurück. Ich wollte die Zeit mit der Fotografin Lou verbringen. Die durch ihren Kiez streift und nach ihrem Mann sucht. Und zwar durch den Sucher ihrer Kamera.
Sie entdeckte dadurch eine tote Frau zwischen den Ruinen. Nun sind tote Menschen in dieser Zeit nichts Besonderes, aber diese lag da und hatte ihre Hände so gefaltet, als würde sie beten. So wie wenn man abends sein Abendgebet aufsagt und die Hände so auf der Decke behält. So etwas Friedliches. Lou ruft die Polizei und Kommissar König kommt und nimmt sich dem Fall an.
Sie soll dann auch ihre Fotos von der Leiche abgeben, gibt aber der Polizei nur einen unbelichteten Film. Das Original nimmt sie an sich und entwickelt es zuhause bei sich. Irgendwann schlägt König bei ihr auf, da er die Fotos haben möchte und auch benötigt, denn der Fotograf der Polizei ist nicht so wirklich der beste und beleuchtet mal kurz einen Film.
Man bekommt schon ein Gefühl, wie es damals wohl gewesen ist, so nach dem Krieg, dieses Misstrauen gegenüber der Polizei. Oder auch wie es ist, wenn man Polizeiarbeit leisten muss, wenn man immer wieder Sektorengrenzen übertritt und immer wieder einen anderen Vorgesetzten hat. Man spürt deutlich das beklemmende Gefühl, wenn Erwachsene, aber auch Kinder, auf dem Schwarzmarkt Geschäfte machen. Wie es ist, wenn man das nötigste nicht bekommt. Man lernt die Kinder Justus und Gerti kennen. Justus, der immer wieder auf „seine“ Gerti aufpassen will und ihr imponieren möchte, fällt besonders auf.
Es ist beklemmend und zeitgleich faszinierend, wie jeder versucht noch mehr Profit aus dem ganzen schlagen zu können. Aber dann auch immer wieder diese Zweifel, die man an der eigenen Person hat. An diesem mehr Schein als Sein empfinden, welches sich für mich durch das ganze Buch schlängelt.
Ständig will man weiterlesen, es ist wie eine Sucht, die einen befällt. Dies liegt zum einen an der Sprache, die Anne Stern verwendet, aber auch an dem ganzen Setting. König selbst war im Gefängnis für politische Gefangene. Er hat wohl den Befehl verweigert, als er in Polen andere erschießen sollte.
Die Schuld, die er fühlt, weil er erst so spät etwas gemacht hat, spürt man immer. Er versucht gerecht zu sein, aber er spürt, dass er, wie wir alle, einfach nur ein Mensch ist. Genauso wie Lou, die mit einem alten Freund zusammenlebt. Alle anderen ihrer Gruppe von Widerständlern sind tot. Auch sie hat wohl negative Dinge erlebt, Verfolgung durch die Nazis, wobei sie überlebt hat. Alle anderen außer ihrem Mitbewohner, der auch psychisch ein Wrack ist, haben nicht überlebt. Bei ihrem Mann ist es noch nicht klar, da sie noch keine Todesmeldung gefunden hat.
Es geschehen weitere Morde. Man stellt fest, dass diese immer mit einem Schlafmittel durchgeführt wurden und jedes Mal wurden sie so aufgefunden. König und Lou sind eng im Gespräch miteinander über den Fall. Durch das Auge einer guten Fotografien fallen Lou immer wieder Dinge auf, die König so nicht sieht.
Ein wenig kommt auch der Zufall durch Justus und sein kleinkriminelles Leben zu Hilfe. Immer wieder kreuzen sich die Wege aller Personen. Man bekommt ein Gefühl, wie das Leben in Berlin nach dem Krieg vielleicht gewesen ist, aber auch in den Psychiatrien während der Naziherrschaft, und dass die Nürnberger Prozesse vielleicht doch nicht so effizient waren, da zu wenige ihre gerechte Strafe erhalten haben.
Es gibt da immer wieder kleine Details des täglichen Lebens, die beleuchtet werden, wie die Beschaffung eines Christbaums, wie unterschiedlich schnell Teile von Berlin wieder aufgebaut wurden, wie es ist, wenn man immer wieder Glück haben muss, dass der Strom gerade mal da ist. Dies alles macht das Ermitteln für die Polizei schwieriger, denn dann geht halt mal das Telefon nicht, Bahnen fahren nicht.
Dieses ganze Setting ist einfach von der Atmosphäre ein wenig düster, aber trotzdem gibt es immer wieder Kultur und Zusammensein. Es ist ein überraschendes Ende des ersten Bands und ich hätte gerne gleich weiter gelesen, denn Anne Stern schafft es, einen Cliffhanger zu bauen, der angenehm ist. Man möchte die ganzen Personen und Handlungsstränge, die gesponnen wurden, nicht verlassen.
Anne Stern schafft es, einen Krimi zu schreiben, der sich wohl sehr dicht an der Realität entlang hangelt. Dieses Buch ist zum einen Krimi, aber auch Zeitgeschichte, genauso wie eine Warnung, dass wir unsere Geschichte nicht vergessen und verleugnen dürfen, damit so etwas nie wieder passiert. Und vorsichtig, dieses Buch lässt einen nicht mehr los! Arbeit, Essen, Kultur - alles kann stören. Mich hat es geärgert, dass dieses Buch so toll ist, aber mein Brotjob mir keine Zeit gelassen hat es schneller am Stück zu lesen.
Also, wenn ihr wisst, dass ihr einen Krimi aus der Nachkriegszeit lesen wollt, der einem vieles näher bringt, der nicht nur wegen der Temperaturen frösteln lässt und ihr Zeit für die 400 Seiten habt, dann lehnt euch zurück und taucht ein in den Hungerwinter 1946/47 mit Lou und König.
Titel: Die weiße NachtAutor/In: Stern, Anne
Band: 1
ISBN: 978-3-492-07461-2
Verlag: Piper Verlag
Preis: 25,00€
Erscheinungsdatum: 02. Januar 2026
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Erzaehlmirnix – Leben mit Menschen - Nadja Hermann

 Erzaehlmirnix – Leben mit Menschen - Nadja Hermann

Klappentext:
Die Comics von @erzaehlmirnix sind eine Institution im Netz. Pointiert, intelligent und rasend komisch seziert Autorin Nadja Hermann hier Vorurteile und Stereotypen, gesellschaftliche Zusammenhänge, politische Entgleisungen und den ganzen sozialen Kram, der das Leben mit Menschen verflucht schwierig – aber auch überaus amüsant macht.
Zur Seite stehen ihr dabei simple Strichfiguren, die so scharfzüngig wie liebenswert die Dialoge führen, die wir alle nur zu gut kennen. Nicht selten wird den Leserinnen und Lesern hierbei ein Spiegel vorgehalten, der sie ertappt über ihre eigenen Verhaltensweisen schmunzeln lässt.
»Leben mit Menschen« versammelt die besten, witzigsten, umstrittensten und treffendsten Comics von @erzaehlmirnix aller Zeiten! (Oder eben die, die die Autorin bereit war rauszurücken …)
Rezension:
Wie lange folge ich nun Erzaehlmirnix nun schon bei Twitter? Ich bin mir nicht sicher, entweder kurz vor Ruthe oder kurz danach, also schon „etwas“ länger. Und ich mag ihre Comics. Gut, die Zeichnungen sind immer ziemlich einfach, aber die Texte dazu! So herrlich auf den Punkt. Es gibt Menschen in meinem Umfeld, da denke ich mir, die könnten bei den Erzaehlmirnix Comics mitmachen!
Sie hat das Buch in verschiedene Kapitel unterteilt, von denen ich ein paar besonders erwähnen möchte. Da ist das erste Kapitel mit dem Titel Menschen, und worum geht es da? Natürlich um Menschen, also so bestimmte Interaktionen. Sicherlich trifft man sich das ein oder andere Mal selbst, mag es nun auf der Vernunftseite sein oder auf der anderen. Man trifft sich bestimmt, und wenn es nur die Gedanken sind, die man so in gewissen Situationen hat.
Beim Thema Internet finde ich es besonders treffend. Bei manchen, die beim Sternchensystem nur einen Stern für ein Produkt geben, denke ich mir echt, haben die die Beschreibung gelesen?
Bei Rezepten etc. ist es wirklich sehr ähnlich und es bestärkt mich immer wieder, damit das ich keine Sterne auf meinem Blog vergebe. Das hat nichts damit zu tun, dass ich es nicht könnte, aber meine Rezensionen sind immer Momentaufnahmen und es sind wie jetzt auch genau die Gedanken in dem jetzigen Moment. Dies kann ich nicht in eine Sternebewertung pressen. Sorry!
Es gibt noch das Thema Beziehungen, wo es nicht nur um die Beziehung zwischen Mann und Frau geht, sondern eher um die Beziehung mit Menschen. Da kommt der Muttertag genauso schlecht weg, wie wenn man ein lesbisches Pärchen trifft.
Ja, die Autorin ist „links grünversifft" und ja, die Zeichnungen sind einfach, aber gerade deswegen transportieren sie eine Botschaft richtig gut. Erzaehlmirnix ist sicherlich nicht immer politisch korrekt. Also versteht mich nicht falsch, aber bei manchen Worten dachte ich mir, das kann sie doch nicht genau so schreiben, habe aber kurz nachgedacht und dann wurde mir klar, genau so ist es. Gerade bei den Themen Depression, Mobbing etc. wird einem klar, manchmal fehlen einem genau diese klaren Worte.
Für mich ein Buch, welches man einfach mal lesen sollte. Es ist schnell gelesen, aber es wirkt auch einen Tag später noch nach. Bei Comics kommt es nicht immer auf die Zeichnungen an, sondern es kommt auch mal auf die Botschaft an und die hat Nadja Herrmann sehr gut verpackt. So kommt es manchmal, dass man erstmal lacht und dann denkt, recht hat sie. Viel Spaß beim Lesen und danke an die Autorin für die Comics und dem Verlag, dass er den Mut hat diese in ein Buch zu bringen.
Titel: Erzaehlmirnix – Leben mit MenschenAutor/In: Hermann, Nadja
ISBN: 978-3-96775-050-8
Verlag: Riva Verlag
Preis: 10,00 €
Erscheinungsdatum: 10. August 2021
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Die „Tödliche See“ kam mit Sabine Weiß nach Lollar

 Die „Tödliche See“ kam mit Sabine Weiß nach Lollar

Fragen über Fragen beschäftigten mich vor der Lesung mit Sabine Weiß in Lollar.
Nun ist ja Lollar so etwas wie meine zweite Heimat und dorthin verschlug es nun Sabine Weiß mit ihrem neuen Krimi „Tödliche See“. Für mich quasi ein Heimspiel. Ich habe ja schon zwei Interviews mit ihr geführt und die Frage, die ich mir dann stellte, war, kann Frau Weiß genauso gut lesen, wie sie Fragen beantworten kann?
Und eine weitere Frage war, kommen genug Leute zu der Lesung und wie wird die Stimmung sein?
Erstmal ankommen, dann findet sich alles. So war es und schwupp, auf dem Parkplatz traf ich schon mit Frau Weiß zusammen. Erste Unterhaltung und festgestellt sie ist genau so, wie man es sich vorstellt, eine Frau mit einer gewissen Wärme und Ausstrahlung.
Den Raum der Mediothek in Lollar kann man als sehr angenehm bezeichnen, wie es halt so ist, wenn eine gute Auswahl an Büchern in einem Raum stehen. Es gibt auch eine eigene Abteilung mit Kinderbüchern. Ich bin ein wenig durchgegangen und meine Büchersucht wurde wie immer bei solch einem Anblick verstärkt. Der Platz der Lesung ist ansprechend und die Abstände Corona-konform.
Die Einleitung als Gastgeber machte der sehbehinderte Thomas Zwerina. Es war einfach faszinierend wie er das Publikum mit den ersten Worten gefesselt hat. Die Interaktion mit den Gästen war viel besser als bei so manch anderem Redner. Es ist phantastisch, wenn es jemand schafft, Es war wunderbar, wie er einem das Buch und die Autorin näherbrachte. Dieser Klang der Stimme, mit einer Wärme, die einen echt erfreut. Man merkt sehr schnell, dass ihm das gedruckte Buch sehr wichtig ist. Wenn jemand so über Bücher reden kann, dann merkt man, wie wichtig doch Bücher sind, egal ob nun als gedrucktes Buch, E-Book oder Hörbuch. Es ist egal, denn dieses Medium muss einfach weiter leben.
Komme ich nun zur eigentlichen Lesung. Frau Weiß fing an und zeigte uns während der Lesung immer wieder neue Bilder, die auch das Thema des Buches wiederspiegelten. Sie liest sehr angenehm. Ob nun Absicht oder nicht, man kann die Augen schließen und kann die Person anhand ihrer Stimme erkennen. Es sind kleine Nuancen, die sich dabei in der Stimme und der Geschwindigkeit ändern. Zwischendurch erklärt sie auch noch etwas, aber nie zu viel, sondern es ist immer auf den Punkt.
Natürlich ist nicht immer alles perfekt. Es ist nun mal live! Da haken mal die Bilder oder sie springen zu weit, aber die Autorin kann es mit einer Lockerheit einfach überspielen, genauso wie, wenn sie sich verlesen hat. Da ist ein Lachen oder eine kleine Bemerkung, die einem einfach das Grinsen ins Gesicht zaubert und man kann nicht missgestimmt sein.
Die Kapitel, die sie ausgesucht hat, sind so gewählt das sie Sinn ergeben, außerdem erklärt sie es einem noch so nebenbei. Es passiert immer alles mit einer Leichtigkeit, die ich so nicht erklären kann. Man merkt, dass sie ihre Bücher liebt, und dass sie mit ihren Büchern und Figuren lebt.
Nach der Lesung stand sie auch noch für Fragen der doch zahlreichen Besucher zur Verfügung. Es ist einfach immer wieder spannend, wie manche Autoren zum Schreiben gekommen sind. Wie die Arbeitsweise ist, wie lange das Schreiben der Bücher denn so dauert. Frau Weiß hat geduldig und auch genau erklärt, wie sich ein Buch bei ihr entwickelt.
Es waren nun doch schon einige Veranstaltungen, die ich in den letzten Wochen besucht habe. Jedes Mal, egal ob Open-Air-Konzert, Theater oder nun eine Lesung, ist es einfach schön, mit vielen Kleinigkeiten die es einfach ausmacht, live dabei zu sein. Natürlich ist es noch immer komisch, zu Veranstaltungen zu gehen, aber der Mehrwert ist einfach riesig. Man unterhält sich mit Menschen, die man vielleicht noch nie gesehen hat oder Menschen, die man seit Jahren nicht mehr gesehen hat. Dazu noch eine tolle Lesung, wobei ich mich gefragt habe, warum Sabine Weiß so wenige Lesungen im Kalender hat. Sie liest schön und kann es einfach. Aus dem Publikum kann auch die Anregung, sie solle ihre Bücher doch selbst als Hörbücher einlesen.
Wie wäre es, ihr geht mal wieder auf eine Lesung und denkt einfach mal darüber nach, was es in euch verändert, wie ihr ein Buch seht, oder eine Autorin. Ich freue mich schon jetzt auf die nächsten Bücher mit Frau Weiß und gleichzeitig stelle ich mal wieder fest, dass ein Tag doch nur zu wenige Stunden hat. Denn irgendwann will man ja auch dabei sein, wie eine Autorin die „Tödliche See“ in die eigene Heimat bringt und ich hoffe, ihr seid das nächste Mal mit dabei. Auf dass die Veranstaltungen in nächster Zeit immer besser frequentiert werden! Ich finde, dass es die Kultur, und im Besonderen die Bücherszene verdient hat. Geht einfach vor die Tür, geht zu Lesungen, Konzerten, ins Theater oder auch Kino. Geht wieder raus, zieht eure Masken an und lasst euch impfen, damit wir endlich wieder richtig volle Orte erleben können und dies dann ohne Masken.
Ich freue mich schon jetzt auf die nächste Veranstaltung. Mal sehen wohin es mich diesmal zieht, aber die Mediothek in Lollar wird bestimmt noch das ein oder andere Mal von mir besucht, vielleicht auch von dir?

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Klangliche Metamorphosen: Von gefrorener Stille und entwaffnender Ehrlichkeit im Stadttheater Gießen

 Klangliche Metamorphosen: Von gefrorener Stille und entwaffnender Ehrlichkeit im Stadttheater Gießen

Ich wollte unbedingt in dieses Preview, denn es stand etwas Besonderes auf dem Programm und zwar ein Gespräch mit einer Komponistin. Die Komponistin war Hannah Eisendle und ihr Stück war „crushed ice II“ aus dem Jahr 2020. Also habe ich diesmal auch Heike eingepackt und ich glaube wir waren das erste Mal in diesem Jahr zusammen im Stadttheater. Ein Gespräch mit einer lebenden Komponistin, kann man sich nicht entgehen lassen. Aber dazu später mehr.
Gestartet wurde, wie immer beim Previewkonzert, nicht mit einer Einführung, sondern direkt im Theatersaal mit einem Stück. Diesmal Stand der Anfang ganz im Zeichen von Paul Hindemith. Das macht schon wirklich richtig Spaß diesen Komponisten zu hören. Wenn dann auch noch Andreas Schüller etwas über das Leben und Wirken eben dieses Komponisten erzählt, sitzt man da und kann nur gebannt zuhören. Was dieser Komponist so alles machte, da wanderte er, komponierte und war eindeutig wohl ein Lebemann, nebenbei auch noch ein hervorragender Bratscher. Er war ein Multitalent. Er war für die Nazis entartet als Künstler, aber technisch brillant habe ich mal irgendwo gelesen. Dass er dann erst in die Schweiz und dann nach Amerika ausgewandert ist, kann man sich irgendwie vorstellen.
Wir hörten auszugsweise die „Symphonische Metamorphosen von Themen Carl Maria von Webers“ von 1944. Das war wirklich richtig schön, vor allem der Anfang mit der Piccoloflöte. Ich hatte sofort Asien im Kopf von dem Klang her. Dazu noch die Glockenklänge mit der Röhrenglocke - ich war hin und weg. Wenn man dann noch das Original von Carl Maria Weber aus der Ouvertüre von “Turandot“ vorgespielt bekommt, dann wird es wirklich sehr beeindruckend. Es macht Spaß, sich diese beiden Komponisten anzuhören. Diese Vergleiche sind einfach wunderbar. Aber auch wie Hindemith mit anderen Einflüssen gespielt hat, also auch mal ein wenig Jazz oder meinetwegen Big Band in seine Stücke eingearbeitet hat, ohne den Stil des Stückes komplett zu ändern, ist faszinierend. Es macht so viel Freude, sich diesen Klang anzuhören und den Erklärungen von Andreas Schüller zu lauschen.
Es war auch wieder ein Solist da und zwar Wataru Hisasue. Er war schon mal in Gießen und zwar 2023 wo er Variationen von Paganini gespielt hat. 2025 hat er im Concours Reine Elisabeth in Brüssel den zweiten Preis erhalten. Dort hat er das Finale mit Johannes Brahms Klavierkonzert Nr. 2 B-Dur op. 83 aus dem Jahr 1881 gespielt. Und genau dieses Stück hat er uns heute Abend auch zumindest ausschnittsweise vorgetragen. Ich bin nun fast schon ein kleiner Fanboy von ihm, nicht nur wegen des tollen Klavierspiels zusammen mit dem Orchester des Stadttheaters, was so unwahrscheinlich leicht und flüssig bei mir ankam, sondern auch wegen des Gesprächs mit Herrn Schüller, wo er auf die Besonderheiten des Stückes einging. Er erklärte zusammen mit Herrn Schüller wie schwierig das Stück ist, obwohl es für den Zuhörer so leicht klingt. Und da sind wir wieder bei dem Thema. Nur weil etwas leicht aussieht, ist es noch lange nicht leicht. Und obwohl es schwierig klingt, kann es dennoch leicht zu spielen sein. Was mir so gefallen hat, war diese entwaffnende Ehrlichkeit, teilweise auch eine gewisse Schüchternheit außerhalb des Spiels. Wenn er an seinem Instrument sitzt, kann er alles. Da ist er kraftvoll aber auch zärtlich, leicht und verspielt. Diese Kombination zusammen mit dem Cello machte es für mich zu einem besonderen Erlebnis. Ich werde mir in den nächsten Tagen auch noch seine CDs zu Gemüte führen. „The Recital“ von 2022 und „Did it Again“ aus 2025 sind von ihm als Solokünstler. Ich bin auf alle Fälle sehr gespannt.
Den Abschluss machte Paul Hindemith mit dem „Marsch aus den Symphonische Metamorphosen von Themen Carl Maria von Webers“ und man ist gut aus dem Abend rausgekommen.
Sicherlich fragt ihr euch wie war das mit Hannah Eisendle und das war spannend. Während ich bei crushed ice II mitten in meinem letzten Krimi „Die Weise Nacht“ von Anne Stern war, hatte Heike so ihre Schwierigkeiten. Ich hatte diesen Hungerwinter von 1946 in Berlin vor Augen. Für mich wäre dies die perfekte Untermalung zu diesen Historischen Krimi. Dieses Eis und diese Kälte in dem Buch gingen mir teilweise genauso unter die Haut, wie bestimmte Abschnitte in der Komposition von Hannah Eisendle, insbesondere diese Stille. Ich hatte nicht Eiszapfen oder so vor meinem geistigen Auge, sondern Eisblumen an den Fenstern. Dieses Hungergefühlt, welches an einem nagt, diese ständige Kälte, die man nicht mehr los wird.
Dies waren meine Verbindungen und Heike hat da immer so ein wenig Probleme mit, genauso wie wenn ich zu viele Dystopien lese. Dabei finde ich, dass ich gar nicht so viele lese. Interessant war wie Hannah Eisendle komponiert. Irgendwie habe ich das Gefühl, sie hört und fühlt die Noten, die sie auf das Papier bringt. Wobei sie dies, wenn es dann das erste Mal von einem Orchester gespielt wird, ganz anders anhören kann.
Sie beschrieb wie sie zum Komponieren gekommen ist, wie wichtig ihr dabei aber auch das Dirigieren ist und wie wichtig ihr gerade Opern sind. Wobei ich mir da die Frage gerade stelle, welche Opernkomponisten sind für sie Vorbilder? Es war ein enorm spannender Abend wobei die Gespräche mit Hannah Eisendle während des Konzertes mit Andreas Schüller sowie nach dem Konzert im Foyer mit Julia van der Horst beide sehr locker und trotzdem informativ waren.
Ich kann jedem nur empfehlen, mal in ein Previewkonzert zu gehen und sich Andreas Schüller oder wer auch immer gerade durch das Programm führt zu geben. Denn es macht so viel Spaß, es ist nie von oben herab, sondern er spricht wie jeder anderer Mensch, ohne verkopft zu sein.
Ich liebe die Einführungen Julia van der Horst im Musiktheater und auch heute konnte ich mir den ein oder anderen Schmunzler während des Interviews nicht verkneifen. Und das spiegelt sich immer auch bei den Gästen. Man hat Spaß und Freude, man kommt mit einem Lachen und geht mit Freude aus dem Konzert. Ich habe jetzt weniger Angst vor Komponisten und wie gesagt Wataru Hisasue ist bestimmt noch den ein oder anderen Abend mit Musik wert. Es bleibt mir nichts Anderes übrig, wie zu sagen: „Geht ins Theater, in Konzerte! Erlebt Künstler live und in Farbe, saugt es auf und vielleicht geht es euch irgendwann ähnlich, wenn ihr feststellt, dass man kaum mehr Spaß mit klassischer Musik haben kann, wie bei einem Previewkonzert z.B. im Stadttheater Gießen.

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BLUE MOON: Ein emotionales Echtzeit-Drama über Kunst und Vergänglichkeit

 BLUE MOON: Ein emotionales Echtzeit-Drama über Kunst und Vergänglichkeit

Unter der Regie des fünffach Oscar®-nominierten Richard Linklater entfaltet sich in BLUE MOON ein tiefgreifendes Porträt über Freundschaft, unerfüllte Liebe und den schmerzhaften Moment, in dem ein Künstler erkennt, dass die Welt ihn hinter sich lässt. Der Film schildert in nahezu 100 Minuten Echtzeit die Ereignisse des Abends vom 31. März 1943. Schauplatz ist die legendäre Bar Sardi’s im New Yorker Theaterdistrikt – ein Ort, der für die Theaterwelt jener Zeit als Wohnzimmer und Beichtstuhl zugleich fungierte.
Ein Wendepunkt der Musikgeschichte Während in der Stadt die triumphale Premiere des Musicals „Oklahoma!“ gefeiert wird, das den Beginn der Ära von Rodgers und Hammerstein markiert, findet sich der legendäre Textdichter Lorenz „Larry“ Hart in einer tiefen persönlichen Krise wieder. Hart, der über 20 Jahre lang gemeinsam mit Richard Rodgers Welthits wie „My Funny Valentine“ oder „The Lady Is A Tramp“ schuf, muss an diesem Abend zusehen, wie sein ehemaliger Partner ohne ihn zu neuen, beispiellosen Höhen aufbricht. Der Film wird dabei als eine Art „Trennungsfilm“ beschrieben, der jedoch nicht von Liebenden handelt, sondern von zwei genialen Künstlern, deren gemeinsame Zeit unwiderruflich endet.
Die tragische Figur des Lorenz Hart Im Zentrum steht Ethan Hawke in der Rolle des Lorenz Hart, für die er bereits eine Oscar®-Nominierung als bester Hauptdarsteller erhielt. Hawke unterzog sich für die Darstellung des kleingewachsenen, glatzköpfigen und von Selbstzweifeln geplagten Lyrikers einer beeindruckenden physischen Verwandlung. Hart wird als eine zutiefst menschliche, aber auch tragische Figur gezeichnet: Ein brillanter Geist, der mit Alkoholsucht und einer Einsamkeit kämpft, die er auch durch seine Zuneigung zu seinem jungen Schützling Elizabeth nicht überwinden kann. Margaret Qualley verkörpert diese Elizabeth, eine Studentin, in der Hart eine letzte Rettung sieht, während sie in ihm vor allem einen Mentor bewundert.
Ein hochkarätiges Ensemble Flankiert wird das Hauptdarsteller-Duo von Andrew Scott als Richard Rodgers, der den schmalen Grat zwischen Respekt für die gemeinsame Vergangenheit und dem Drang nach künstlerischer Neuerung meistert. Bobby Cannavale spielt Eddie, den Barkeeper des Sardi’s, der für Hart eine Art Beichtvater und sicheren Hafen darstellt, während um ihn herum die Welt des Broadways im Premierenrausch versinkt.
Hintergrund der Produktion Das Drehbuch von Robert Kaplow, das ebenfalls für einen Oscar® nominiert wurde, basiert unter anderem auf realen Briefwechseln zwischen Hart und einer Studentin. Für Linklater und Hawke markiert BLUE MOON bereits ihre neunte Zusammenarbeit in über 30 Jahren. Der Regisseur wartete bewusst über ein Jahrzehnt mit der Realisierung, bis Hawke das richtige Alter erreicht hatte, um die nötige Schwere und Lebenserfahrung für die Rolle des alternden Genies mitzubringen. Das Ergebnis ist eine visuell dichte Inszenierung, die die Atmosphäre des New Yorks der 1940er Jahre durch eine detailgetreue Rekonstruktion des Sardi’s zum Leben erweckt.
Kinostart: 26. März 2026
Überblick
Regie: Richard Linklater
Drehbuch: Robert Kaplow
Laufzeit: 100 Minuten
Genre: Biografisches Drama / Komödie
Besetzung
Ethan Hawke als Lorenz Hart (nominiert für den Oscar® als bester Hauptdarsteller)
Andrew Scott als Richard Rodgers
Margaret Qualley als Elizabeth, Harts Schützling
Bobby Cannavale als Eddie, der Barkeeper und Vertraute von Hart
Hintergrund und Besonderheiten
Das Duo Rodgers & Hart: Vor ihrer Trennung schufen Rodgers und Hart über 20 Jahre lang Welthits wie „My Funny Valentine“, „The Lady Is A Tramp“ und den namensgebenden Song „Blue Moon“.
Ein Kammerspiel: Der Film spielt fast ausschließlich an einem einzigen Ort – dem Restaurant Sardi’s im New Yorker Theaterviertel.
Authentizität: Ethan Hawke unterzog sich einer drastischen physischen Verwandlung, um den nur knapp 1,50 Meter großen, glatzköpfigen Hart darzustellen.
Inspiration: Das Drehbuch basiert unter anderem auf realen Briefen, die Hart einer jungen Studentin namens Elizabeth schrieb.
Langjährige Zusammenarbeit: Es ist die neunte Zusammenarbeit zwischen Regisseur Richard Linklater und Hauptdarsteller Ethan Hawke.

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„Ich habe Licht gebracht“ – Revolution, Widerstand und der Mut einer Frau

 „Ich habe Licht gebracht“ – Revolution, Widerstand und der Mut einer Frau

In dieser Episode widme ich mich der Rezension des Buches “Ich habe Licht gebracht” von Anja Zimmer. Das Buch erzählt die bewegende Geschichte von Louise Otto, einer mutigen Frau des 19. Jahrhunderts, die entschlossen für soziale Gerechtigkeit und die Rechte der Frauen kämpft. Vom ersten Moment an, als Louise ein Schwefelhölzchen entzündet, zieht sich ihr Ziel, Licht in die Dunkelheit des Lebens der Arbeiter zu bringen, wie ein roter Faden durch ihre Existenz.
Das Buch schildert eine Ära, in der junge Frauen wie Louise nicht einmal allein auf die Straße durften, sie jedoch den Mut findet, solo durch Deutschland zu reisen. Dabei beschreibt sie eindrücklich die Missstände des Industrieproletariats und bringt in ihren Gedichten sowie politischen Texten das Elend der arbeitenden Bevölkerung zur Sprache. Besonders eindringlich kritisiert Louise die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern und fordert vehement Lohngleichheit und Erwerbsrechte für Frauen. Die Revolution von 1848 wird zur Kulisse für ihre Träume von Veränderung und dem Streben nach Gleichstellung.
Ich beleuchte die Herausforderungen, denen Louise gegenübersteht, insbesondere als sie das blutige Ende des Dresdner Mai-Aufstands miterlebt und plötzlich in der Gefahr steht, selbst verfolgt zu werden. Ihre Reise ist nicht nur eine persönliche, sondern auch eine symbolische Auseinandersetzung mit der Unterdrückung und dem Kampf um Frauenrechte in einem repressiven politischen Klima. Als Mitbegründerin der deutschen Frauenbewegung leistet Louise einen bemerkenswerten Beitrag zur Schaffung eines Netzwerks der Solidarität.
Anja Zimmers Erzählweise erfordert vom Leser eine intensive Auseinandersetzung mit den Themen von Ungleichheit und sozialen Missständen. Es ist herausfordernd, aber gerade das macht das Buch so relevant und zeitgemäß. Louises Einblick in die Realitäten der Fabrikarbeit – wie der Verlust eines Arms bei der Stoffherstellung – zeigt die brutale Realität des Lebens der damals arbeitenden Menschen und verstärkt die Dringlichkeit ihrer Forderungen nach besseren Bedingungen.
Ich reflektiere über die Parallelen zwischen Louises Kampf und den aktuellen Kämpfen um Gleichheit und Gerechtigkeit. Die Auseinandersetzungen um Pressefreiheit und die ständige Gefahr des Zensurversuchs, die sich wie ein Schatten über die Demokratie legen, sind Themen, die auch heute noch von Bedeutung sind. Der Roman fordert uns auf, die Errungenschaften der Vergangenheit zu schützen und für die Rechte aller Menschen zu kämpfen, unabhängig von Geschlecht oder sozialen Bedingungen.
Abschließend ermutige ich die Zuhörer, das Buch selbst zu lesen und sich von Louises unermüdlichem Einsatz für Freiheit und Demokratie inspirieren zu lassen. Auch in der heutigen Zeit gilt es, gegen Ungerechtigkeiten zu kämpfen und sich für ein gleiches und respektvolles Miteinander einzusetzen. “Ich habe Licht gebracht” ist ein eindrucksvolles Werk, das uns die Augen öffnet für die Herausforderungen der Vergangenheit und die Aufgaben der Gegenwart.

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Warum Deutschland 2026 „Horst Schlämmer sucht das Glück“ braucht

 Warum Deutschland 2026 „Horst Schlämmer sucht das Glück“ braucht

Kino, Kultur und Komödie: Warum Horst Schlämmer 2026 genau das Richtige ist
Eine Kultfigur kehrt zurück
Am 26. März 2026 ist es soweit: Hape Kerkelings legendäre Figur Horst Schlämmer betritt wieder die Kinoleinwände. Mit „Horst Schlämmer sucht das Glück“ startet nicht nur eine der meist erwarteten deutschen Komödien des Jahres, sondern auch ein Film, der genau in unsere Zeit passt. In einer Welt, die oft von schlechten Nachrichten und gesellschaftlichen Spannungen geprägt ist, sucht der stellvertretende Chefredakteur des „Grevenbroicher Tagblatts“ nach dem, was uns alle verbindet: Glück, Humor und Menschlichkeit.
Warum dieser Film jetzt wichtig ist
Ein Spiegel der Gesellschaft: Horst Schlämmer reist quer durch Deutschland – von Sylt bis Bayern, von Berlin bis Büsum – und trifft auf Menschen, die so unterschiedlich sind wie das Land selbst. Der Film stellt die Frage: Was macht uns glücklich? Und das nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit Charme, Ironie und einer Prise Selbstironie.
Humor als Brückenbauer: In Zeiten, in denen viele Menschen das Gefühl haben, dass die Welt aus den Fugen gerät, braucht es Figuren wie Horst Schlämmer. Er ist unbequem, aber nie böse; naiv, aber immer ehrlich. Genau das macht ihn zu einem perfekten Botschafter für gute Laune.
Ein Star-Ensemble: Neben Hape Kerkeling glänzen Tahnee Schaffarczyk (in ihrer ersten Kinorolle als Gabi Wampel), Meltem Kaptan („Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush“) und Laura Thomas („Wissen macht AH!“). Regie führt Sven Unterwaldt, der mit Filmen wie „Die Schule der magischen Tiere“ und „Catweazle“ bewiesen hat, dass er Unterhaltung und Herz perfekt verbinden kann.
Hape Kerkeling: Ein Meister der Transformation
Hape Kerkeling ist seit über 40 Jahren eine der prägendsten Stimmen der deutschen Comedy. Ob als Horst Schlämmer, als Pandabär Po in „Kung Fu Panda“ oder als Autor von Bestsellern wie „Ich bin dann mal weg“ – er schafft es immer wieder, Geschichten zu erzählen, die berühren, unterhalten und zum Nachdenken anregen. Mit „Horst Schlämmer sucht das Glück“ beweist er erneut, dass er nicht nur ein begnadeter Komiker, sondern auch ein feinfühliger Beobachter der deutschen Seele ist.
Warum dieser Film auch für Buch- und Kulturliebhaber spannend ist
Literarische Anklänge: Der Film spielt mit den großen Fragen des Lebens – ähnlich wie viele Romane und Erzählungen. Wer sich für Literatur als Spiegel der Gesellschaft interessiert, wird hier Parallelen entdecken.
Kultur als Gegenentwurf: In einer Zeit, in der viele Filme auf Effekte und Action setzen, ist „Horst Schlämmer sucht das Glück“ ein Plädoyer für langsames Erzählen, Charaktertiefe und echten Humor.
Ein Film zum Diskutieren: Ob im Freundeskreis, im Buchclub oder in der Literaturlounge – dieser Film bietet viel Gesprächsstoff. Wie definieren wir Glück? Was können wir von Figuren wie Horst Schlämmer lernen? Und warum brauchen wir gerade jetzt solche Geschichten?
Fazit: Ein Film, der uns zusammenbringt
„Horst Schlämmer sucht das Glück“ ist mehr als nur eine Komödie. Es ist ein kulturelles Ereignis, das zeigt, wie wichtig Humor, Menschlichkeit und der Mut zur Leichtigkeit sind. In einer Zeit, in der viele nach Orientierung suchen, erinnert uns dieser Film daran, dass Glück oft in den kleinen Dingen liegt – und dass wir es manchmal nur gemeinsam finden.
„Glück ist das Einzige, das sich verdoppelt, wenn man es teilt.“ – Albert Schweitzer
Was denkst du? Brauchen wir mehr Filme wie „Horst Schlämmer sucht das Glück“ – oder was macht für dich einen guten Film aus? Schreib uns deine Meinung!

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Der Mörder und das Mädchen – Sofie Sarenbrant

 Der Mörder und das Mädchen – Sofie Sarenbrant

Klappentext:
„Sofie Sarenbrant ist die aufregendste neue Krimiautorin in Schweden.“ Camilla Läckberg
Noch einen Tag noch – dann, glaubt Cornelia, hat ihr Martyrium ein Ende, dann zieht sie mit Astrid, ihrer sechsjährigen Tochter, aus ihrem Haus aus und kann Hans, ihren gewalttätigen Mann, endlich verlassen. Doch am Morgen findet sie Hans tot im Gästezimmer. Emma Sköld, hochschwanger und sehr ehrgeizig, übernimmt den Fall: Für sie ist Cornelia die erste Verdächtige, doch es gibt auch eine andere Spur: Die kleine Astrid will in der Nacht einen Mann neben ihrem Bett gesehen haben, der sie gestreichelt hat.
Packend und sehr atmosphärisch – der neue Bestseller aus Schweden
Rezension:
Gut, dass ich mal wieder nicht hinten drauf geschaut habe, denn wenn ich solche Dinge lese wie packend und atmosphärisch oder aufregendste Krimiautorin aus…, dann wandert ein Buch gerne mal nach hinten. Dies wäre bei dem Buch „Der Mörder und das Mädchen“ von Sofie Sarenbrant sicherlich auch passiert, aber es das Cover hat mich so neugierig gemacht, dass ich den Klappentext nicht erst gelesen habe.
Gut, natürlich war auch der Titel nicht unmaßgeblich. Ich habe also das Buch in die Hand genommen und wollte einfach nur ein wenig anlesen - so mal ein Kapitel. Das kann natürlich auch nach hinten losgehen und man wird gefesselt von einem Buch. Das kann so enden, wie wenn ich sage, ich esse nur ein Stück Pizza, nur ein kleines Stück, bei meinem Lieblingsitaliener. Das endet dann damit, dass meine Pizza weg ist und die anderen noch nicht mal angefangen haben.
Aber ich schweife ab, so ungefähr ist es mir jedenfalls auch bei diesem Buch ergangen. Aus einem Kapitel wurden dann mal schnell zehn Kapitel oder war es noch etwas mehr?
Komme ich mal zur Geschichte. Ein Paar hat ein Kind und will sich scheiden lassen, da der Ehemann so ein Typ ist, der gerne mal Frauen schlägt oder sie sonst wie misshandelt.
An dem Morgen, wo Cornelia ausziehen möchte findet ihre 6-Jährige Tochter ihren Vater Tod im Gästezimmer. Jetzt ist Cornelia auch noch die Freundin von Josefin, der Schwester von Emma, der Kommissarin die diesen Fall betreut. Und Cornelia ist gerade wegen des Vermögens welches sie erbt, auch gleich zur Hauptverdächtigen auserkoren.
Dies liegt allerdings in der Natur der Sache und ob Geld alleine ein so starkes Motiv ist? Aber keine Angst ich verrate euch natürlich nicht, wer der oder die Mörderin ist. Das Ende beinhaltet auch einen coolen Cliffhanger und macht neugierig auf das nächste Buch.
Was mal ganz erfrischend ist, ist das Emma kein depressiver Kommissar ist, sondern einfach nur eine Schwangere, die ihre eigenen Probleme hat, die man so richtig nachvollziehen kann, denn wer hat nicht schon mal von einem gestörten Ex gehört, der einem das Leben irgendwie schwermacht. Gut, er ist selbst mir ein wenig zu gestört. Jeder hat so seine Macken, aber der hat wirklich einen an der Klatsche.
Komme ich nun zu meinem Fazit. Ein Krimi, der wirklich irgendwie anders ist als die meisten anderen. Er beleuchtet auch mal die familiären Seiten einer Person und hat dadurch auch einen gewissen Tiefgang, der sehr packend ist und eine tolle Atmosphäre hat. Frau Sarenbrant hat einige Wendungen in die Geschichte eingebaut, die nicht unbedingt so vorhersehbar sind.
Und dann dieser Cliffhanger - wie in einer guten Serie am Ende einer Staffel. Die 368 Seiten gehen runter wie Öl. Man will es sich nicht mehr erlauben, auch mal eine Stunde ohne das Buch zu verbringen. Man ärgert sich, wenn man Schlafen, oder Einkaufen gehen muss. All diese lästigen Dinge geraten bei diesem Buch schnell in Vergessenheit.
Als ich am Ende war, war ich ein wenig enttäuscht, dass dieses Buch zu Ende war. Nicht, dass etwas gefehlt hätte, sondern weil dieses Buch so schnell gelesen ist und einen die Story nicht loslässt. Also mein Tipp ist, geht in die Buchhandlung eures Vertrauens und lest einfach mal in die ersten paar Kapitel rein. Keine Angst, die Kapitel sind nie lange und wenn euch dieser Schreibstil zusagt, kauft es und genießt mit dem Buch ein paar schöne Stunden. Ich freue mich auf die nächsten Bände und hoffe, dass diese schnell lieferbar sind.
Titel: Der Mörder und das MädchenAutor: Sarenbrant, Sofie
Band: 1
ISBN: 9783841212764
Verlag: Aufbau-Verlag
Preis: 8,99 € E-Book
Erscheinungsdatum: 17. Februar 2017
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Verlorene Engel – Frank Goldammer

 Verlorene Engel – Frank Goldammer

Klappentext:
Wie ein Schatten in der Nacht
An dunklen Herbstabenden 1956 werden in Dresden wiederholt Frauen brutal vergewaltigt. Als auch noch eine tote Frau an der Elbe gefunden wird, werden in der verunsicherten Bevölkerung die Rufe nach Selbstjustiz laut. Kommissar Max Heller und sein Team ermitteln unter Hochdruck. Mithilfe eines weiblichen Lockvogels gelingt es ihnen, einen Verdächtigen festzunehmen. Der von Narben entstellte Mann gesteht zwar die Vergewaltigungen, leugnet aber den Mord. Sind vielleicht doch die von allen gefürchteten, desertierten russischen Soldaten die Täter? Die Lage eskaliert, als Hellers Familie in den Fall hineingezogen wird.
Rezension:
Endlich mal wieder Max Heller! Ich habe gerade festgestellt, dass dies schon der sechste Band der Reihe ist und immer passiert etwas Historisches im Hintergrund also da ist die Bombennacht von Dresden, der Juni 1953 und nun ist es der ungarische Volksaufstand, der im Laufe der Geschichte immer wieder leicht zu spüren ist.
Da sind die Probleme der russischen Armee und man merkt, wie arm auch die Soldaten der Sowjetunion teilweise waren. Es wird zum Beispiel im Nebensatz erwähnt, dass manche sagen, dass das Gefängnis besser sei, als eine sowjetische Kaserne.
Der Kriminalfall dreht sich diesmal um Frauen, die vergewaltigt werden oder wie es damals hieß - Notzucht. Viele Frauen verschwinden auch. Ein anderer Handlungsstrang betrifft Anni, die Adoptivtochter der Hellers, die entdeckt, dass sie nicht die leibliche Tochter ist. Alleine wie Frank Goldammer dies beschreibt, ist schon das Lesen des Buches wert.
Man merkt, wie sich auch langsam die Stimmung in Dresden ändert, und dass Geheimnisse keine wirklichen Geheimnisse sind, denn Max Heller kommt nachhause, da hat seine Frau schon erfahren, was passiert ist.
Immer wieder gibt es neue Verdächtige. Da ist zum einen ein „Krüppel“, besser gesagt ein Mann, der lauter Verbrennungen hat, aber er nennt sich selbst immer wieder „der Krüppel“. Ein weiterer Verdächtiger ist ein Mann, der aus dem Westen kommt und der von der Stasi beobachtet wurde.
Teilweise ist es erschreckend und faszinierend zugleich, dass die Stasi besser ausgerüstet ist wie die Kripo. Es ist für mich ein gut konstruierter Krimi mit vielen Wendungen und einer wirklich toughen Frau, die Polizistin werden will. Die Abtreibung wird immer wieder thematisiert und wie gefährlich dies für die Frauen war. Und nein, da rede ich nicht von den Engelmachern, sondern von Ärzten die es eigentlich können.
Die Selbstzweifel von Heller sind spannend zu lesen und zu erleben. Man merkt auch immer mehr, er ist nicht so perfekt wie er am Anfang erschien. Da sind die Probleme mit der Grünen Grenze, da sind die teilweise doch sehr schnellen Veränderungen der DDR zu erspüren und diese Mischung wird immer besser und ausgewogener. Frank Goldammer versteht es, Dinge anzusprechen und nicht zu lange zu thematisieren, so dass es nicht überladen erscheint.
So ganz nebenbei lernt man immer wieder, die DDR etwas besser zu verstehen. Man bekommt dieses Gefühl vermittelt und ja, man versteht dadurch auch die heutigen Probleme noch etwas besser, denn ich habe das Gefühl, dieses Regime hat mehr Schaden angerichtet, als ich am Anfang dachte. Mit Anfang meine ich nach dem 9.11.1989. Die Schäden an Straßen oder Gebäuden sind wie so oft nur das Oberflächliche. Nein, ich meine nun nicht Sprache oder so, sondern diese Probleme, wenn man immer das Gefühl hat, man ist nicht frei. Ich habe den Eindruck, dass dieses Problem des laufend ausgespäht Werdens sich irgendwie immer weiter überträgt. Es ist tief verankert und man spürt es immer mehr in den Büchern von Frank Goldammer, mit so kleinen Aussagen, wie wenn jemand verschwindet, man könne nicht verloren gehen in diesem Land.
Für mich ist es eine der intelligentesten und gefühlvollsten Krimireihen, die in Deutschland spielen. Wenn ihr noch nicht angefangen habt diese Reihe zu lesen, und euch interessiert ein wenig die Geschichte der DDR oder der Sowjetunion im Besonderen, dann nehmt euch dieser Reihe einfach mal an. Nebenbei wird man beim Rätseln wer war der Täter immer häufiger aufs falsche Gleis gesetzt. Also viel Spaß beim Lesen und Schmökern wünsche ich euch von ganzem Herzen.
Titel: Verlorene EngelAutor: Goldammer, Frank
Band: 6
ISBN: 978-3-423-21995-2
Verlag: dtv Verlag
Preis: 13,00 €
Erscheinungsdatum: 23. April 2021
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Der ehemalige Sohn – Zehn Jahre Koma, ein Land im Stillstand

 Der ehemalige Sohn – Zehn Jahre Koma, ein Land im Stillstand

In dieser Episode befasse ich mich mit dem Buch „Der ehemalige Sohn“ von Sasha Filipenko, das eine tiefgründige Geschichte über Verlust, Trauma und den Kampf um Identität in einem sich verändernden Belarus erzählt. Der Protagonist, Franzisk Cello, ist ein junger Mann, dessen Leben abrupt endet, als er nach einem schweren Unfall ins Koma fällt. Seine Träume von einer Zukunft mit Musik und Freiheit scheinen dahin, während die Welt um ihn herum weitergeht und sich verändert. Besonders berührend ist die Erzählung seiner Großmutter, die im Angesicht der Verzweiflung nicht aufgibt und stets an das Erwachen ihres Enkels glaubt.
Während ich die verschiedenen Facetten der Geschichte analysiere, beschäftigen mich insbesondere die gesellschaftlichen Umstände, die durch den autoritären Präsidenten geprägt sind. Ich erörtere, wie Filipenko auf eindringliche Weise den Zustand der Nation wiedergibt: die Entfremdung junger Menschen, die Flucht ins Ausland, und die Stilllegung des Protests, während Zisk, nach zehn Jahren im Koma, in einer Welt wiedererwacht, die sich statisch anfühlt. Der Kontrast zwischen dem persönlichen Schicksal des Protagonisten und der massiven politischen Unterdrückung bietet einen verstörenden Blick auf das moderne Belarus.
Der Roman gibt mir die Gelegenheit, über eigene Gefühle und Gedanken zum Thema Diktatur und Demokratie nachzudenken. Ich reflektiere, wie Filipenko das Alltagsleben des Protagonisten entblättert, der keine andere Wahl hat, als die Absurditäten und Schrecken seiner Umgebung zu akzeptieren. Ich erläutere, wie wichtige gesellschaftliche Themen wie Armut und Angst vor Repressalien behandelt werden, und vergleiche dies mit der Realität in Deutschland, wo wir normalerweise eine viel größere Freiheit genießen.
Die schwierigen emotionalen Reaktionen, die das Buch in mir ausgelöst hat, teile ich in der Episode. Ich beschreibe Passagen, in denen der Autor die Intensität der Erfahrungen von Zisk so lebhaft darstellt, dass ich förmlich mit ihm leidet. Diese starken Momente bieten nicht nur einen Einblick in das Leben in Belarus, sondern erfordern auch eine Reflexion über die eigene Position in der Gesellschaft und die Verantwortung, die wir gegenüber unseren eigenen Freiheiten tragen.
Abschließend betone ich, wie wichtig es ist, solche Geschichten zu lesen und sich damit auseinanderzusetzen, nicht nur um zu verstehen, was in anderen Teilen der Welt passiert, sondern auch um unsere eigenen Werte zu schätzen. „Der ehemalige Sohn“ ist für mich eines der bedeutendsten Bücher des Jahres, und ich ermutige alle Zuhörer, sich mit dem Werk auseinanderzusetzen und ihre eigene Meinung dazu zu bilden.

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The Doors - Das Comic!

 The Doors - Das Comic!

Klappentext:
Jim Morrison, der Sänger der Band The Doors, starb 1971 im Alter von 27 Jahren in Paris an einer Überdosis, doch über Generationen hinweg bleibt er als eine der größten Ikonen der Rockmusik in Erinnerung. Seine Band erlangte in nur sechs Jahren Weltruhm und hinterließ sechs Alben, von The Doors bis L.A. Woman, mit unsterblichen Songs wie «The End», «Light My Fire» oder «Riders on the Storm». Dieses Buch erzählt die Geschichte der Doors, indem es die wichtigsten Episoden aus dem Leben der Band und ihres charismatischen Sängers aufgreift.
18 Strips einer neuen Generation franko-belgischer Comiczeichner werden von biografischen Texten und umfangreichem Fotomaterial begleitet.
Rezension:
The Doors und meine Familie: Ich glaube, jeder von uns, mein Onkel, meine Schwester und ich, wurden von meinem Vater und seiner musikalischen Vorliebe geprägt. Ich bin wohl der Einzige von uns, der am Grab von Jim Morrison war. Das ergab sich zufällig und war nie geplant.
Auf der letzten Buchmesse bin ich am Stand des Bahoe Books Verlags hängen geblieben, weil mich das Cover von „The Doors“ magisch angezogen hat. Jetzt habe ich es endlich geschafft, die Graphic Novel zu lesen. Sie erzählt ganz von vorne und zeigt, wie oft es gerade Zufälle sind, die eine Band zusammenbringen. Morrison und der geniale Ray Manzarek, dessen Orgelspiel die Musik der Doors erst möglich machte, trafen bei einem Meditationskurs zufällig auf Schlagzeuger John Densmore und Gitarrist Robby Krieger.
Das Buch dokumentiert Schritt für Schritt, wie sich alles entwickelte, und betont, wie wichtig jedes einzelne Mitglied für die Band war. Immer wieder gibt es Comic-Strips, die die Stimmung der Themen und Songs einfangen. Daneben werden Zitate der Bandmitglieder und Originalfotos von Orten und Schallplatten eingefügt. Alles ist chronologisch aufgebaut.
Ein besonderer Sog zog mich hinein. Ich musste weiterlesen und konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Jeder Zeichner hat seinen eigenen Stil und seine eigene Farbgebung, was das Ganze spannend und abwechslungsreich macht. Einige Dinge wurden mir wieder ins Gedächtnis gerufen, und oft dachte ich: „Ach stimmt, so war es doch.“
Nicht alle Kapitel zu 100 % überzeugend, was mit den verschiedenen Zeichnern zusammenhängt. Manche Farbgebungen erschienen mir zu düster oder zu wild. Das hat mich aber nur selten gestört. Was mir bei Büchern mit unterschiedlichen Farbwelten auffällt ist, dass die Schrift manchmal schlecht lesbar ist, weil der Kontrast zum Hintergrund zu gering ist.
Komischerweise betrifft das nicht die Comic-Strips, sondern vor allem die Passagen mit Originalzitaten, insbesondere im oberen Bereich der Seiten.
In meinen Augen sind es 180 Seiten, die man gern lesen sollte. Wer Graphic Novels und The Doors mag, ist hier richtig, aber auch jeder, der einfach mehr über die Band erfahren möchte, die teils im Bluesrock, teils im Psychedelic Rock und sogar ansatzweise im Punk verwurzelt war und diese Genres mitgeprägt hat. Die Darstellung zeigt, wie sehr sich die Musiker gegenseitig befruchteten und warum eine Band oft nicht mehr denselben Erfolg hat, wenn ein Mitglied aussteigt, nicht nur wegen des Frontmanns, sondern weil sich die Dynamik verändert. Musik hat einfach viel mit Gefühl zu tun, auch wenn man sich dessen oft nicht bewusst ist.
Für mich ein schönes Buch, ohne Effekthascherei, mit einer stringenten Erzählweise. Ich habe noch die Ausgabe über Nirvana hier liegen und bin gespannt, was ich dort Neues erfahre oder was mir wieder in Erinnerung gerufen wird.
Titel: The Doors - Das Comic!Autor/In: Das Comic!
ISBN: 978-3-903290-81-5
Verlag: Bahoe Books
Preis: 25,00 €
Erscheinungsdatum: 01. Oktober 2020
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Vom Bestseller auf die Leinwand: „DER ASTRONAUT – PROJECT HAIL MARY“ erobert die Kinos

 Vom Bestseller auf die Leinwand: „DER ASTRONAUT – PROJECT HAIL MARY“ erobert die Kinos

Nach dem Welterfolg von „Der Marsianer“ kehrt Bestseller-Autor Andy Weir mit einer neuen, hochspannenden Geschichte ins Weltall zurück. Am 19. März 2026 startet die Verfilmung seines Romans „Der Astronaut“ (Originaltitel: Project Hail Mary) in den deutschen Kinos. Mit Ryan Gosling und der deutschen Oscar-Nominierten Sandra Hüller in den Hauptrollen verspricht der Film ein Sci-Fi-Highlight der Extraklasse zu werden.
Ein Erwachen ohne Erinnerung
Stellen Sie sich vor, Sie wachen in einem Raumschiff auf, Millionen Kilometer von der Erde entfernt, und wissen weder Ihren Namen noch, wie Sie dorthin gekommen sind. Das ist die Ausgangslage für Ryland Grace (gespielt von Ryan Gosling). Der ehemalige Naturwissenschaftslehrer findet sich als einziger Überlebender einer verzweifelten Mission wieder.
Erst nach und nach kehrt sein Gedächtnis zurück und mit ihm die bittere Erkenntnis: Die Menschheit steht vor dem Aussterben. Eine mysteriöse Substanz sorgt dafür, dass die Sonne ihre Leuchtkraft verliert. Ryland ist die letzte Hoffnung der Erde – doch die Zeit läuft ihm davon.
Wissenschaft trifft auf Emotion
Was Andy Weirs Geschichten so besonders macht, ist die Verbindung aus fundierter Wissenschaft und einer Prise Humor. Auch in „DER ASTRONAUT“ muss der Protagonist auf sein fachliches Know-how und unkonventionelle Ideen zurückgreifen, um physikalische Hürden zu überwinden. Doch dieses Mal ist er nicht ganz auf sich allein gestellt: Eine unerwartete Freundschaft in den Tiefen des Alls wird zum Herzstück der Geschichte.
Ein Star-Ensemble vor und hinter der Kamera
Die Besetzung lässt die Herzen von Filmfans höher schlagen:
Ryan Gosling übernimmt die Rolle des brillanten, aber isolierten Ryland Grace.
An seiner Seite glänzt Sandra Hüller, die spätestens seit „Anatomie eines Falls“ zur absoluten Weltspitze gehört.
Regie führen Phil Lord und Christopher Miller, die bereits mit dem „Spider-Verse“-Franchise bewiesen haben, dass sie innovative visuelle Welten erschaffen können.
Warum man diesen Film (und das Buch) nicht verpassen sollte
„DER ASTRONAUT – PROJECT HAIL MARY“ ist mehr als nur ein Weltraum-Abenteuer. Es ist eine Geschichte über Isolation, den unbändigen Überlebenswillen der Menschheit und die Kraft der Zusammenarbeit – über Grenzen und Galaxien hinweg. Für alle, die das Buch geliebt haben, bietet der Film die Chance, die komplexe Welt von Andy Weir visuell neu zu entdecken.
Kinostart: 19. März 2026
Regie: Phil Lord & Christopher Miller
Besetzung: Ryan Gosling, Sandra Hüller, Lionel Boyce, Ken Leung u.v.m.

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„Post für Dich“ – Von Brieffreunden, Tauben und der Freude am Schreiben

 „Post für Dich“ – Von Brieffreunden, Tauben und der Freude am Schreiben

In dieser Episode bespreche ich das Kinderbuch „Post für Dich“, verfasst von Sophie Schönwald und illustriert von Anita Schmidt. Der Klappentext lädt ein, mit dem Charakter Bär einen Brief an seinen besten Freund Hase zu verfassen. Der Bär nimmt sich die Zeit, mit Sorgfalt zu überlegen, was er sagen möchte, und ist mit dem Ergebnis seines Schreibens äußerst zufrieden. Dabei wird ihm noch nicht bewusst, welche positiven Reaktionen sein Brief auslösen wird. Hase ist so erfreut über die liebevollen und durchdachten Worte der Bärs, dass er den Brief sofort weiterschickt, wodurch eine schöne Kettenreaktion entsteht.
Ich erläutere, dass „Post für Dich“ nicht nur eine einfache Geschichte über Freundschaft ist, sondern auch ein Plädoyer für die schriftliche Kommunikation, insbesondere für handgeschriebene Briefe. Das Buch könnte als ein Werbebuch für die Briefpost betrachtet werden; es hebt hervor, dass das Erhalten eines handgeschriebenen Briefes eine ganz andere, viel persönlichere Erfahrung ist als das Empfangen einer E-Mail. Ich erinnere mich nostalgisch an die Freude, die ich verspürt habe, als ich die Post von meinen Brieffreunden aus verschiedenen Orten erhalten habe. Die liebevollen Details, die besondere Wahl des Briefpapiers und die schönen Schriftzüge haben die Briefe einzigartig gemacht.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Rolle der Brieftaube in der Geschichte, die an diesem Tag viel zu tun hat, da sie die Nachrichten durch den Wald verteilt. Die Freude und Aufregung, die die Waldbewohner beim Erhalt der Briefe empfinden, sind sehr anschaulich beschrieben. Diese Szenen wecken Erinnerungen an eigene Brieffreundschaften und die melancholischen Gedanken darüber, was aus alten Freunden geworden ist.
Die Illustrationen von Anita Schmidt verdienen besondere Erwähnung, da sie die Geschichte wunderbar ergänzen. Jedes Waldtier wird liebevoll und detailliert dargestellt, was dem Leser die Möglichkeit gibt, sich vollständig in die gezeichnete Welt hineinzuversetzen. Die Zeichnungen sind so ansprechend, dass sie den Leser immer wieder zum Verweilen und Staunen anregen.
„Post für Dich“ ist ein Kinderbuch aus dem Jahr 2020, das im Baumhaus Verlag erschienen ist und für Kinder ab 4 Jahren empfohlen wird. Es bietet nicht nur eine bezaubernde Geschichte, sondern inspiriert auch dazu, die Kunst des Briefeschreibens neu zu entdecken. Das Buch kann in jeder guten Buchhandlung für 15 Euro erworben werden. Es ist mehr als nur eine Erzählung; es ist ein Aufruf, den persönlichen Kontakt durch das Schreiben von Briefen zu schätzen und zu fördern. Viel Freude beim Lesen und beim Schreiben eigener Briefe!

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Martha – oder, wie cool inszeniert kann eine konzertante Oper sein?

 Martha – oder, wie cool inszeniert kann eine konzertante Oper sein?

Heute hatte die Oper „Martha“ von Friedrich von Flotow Premiere als konzertante Aufführung am Stadttheater Gießen Premiere. Die Uraufführung feierte „Martha oder der Markt zu Richmond“ 1847 am Kärntnertor-Theater in Wien. Sie steht in der Tradition der französischen Opéra Comique und prägte den Begriff der Spieloper. Dies ist nicht ganz zufällig, da Flotow in Paris Komposition studierte und dort auch mit Jaques Offenbach bekannt war.
Dies und noch vieles mehr erzählte Leonard Lampert, der bei diesem Werk als Dramaturg tätig war, in seiner Einführung zur Oper. In dieser wie auch im Programmheft wurde Loriots Sketch zu Martha zitiert. Bei Lamperts Erläuterungen zur Entstehungsgeschichte musste ich an einen ganz anderen Sketch denken - den mit Evelyn Hamann und der Ankündigung des Fernsehkrimis auf „Landsitz North Cothelstone Hall von Lord und Lady Hesketh-Fortescue“. In diesen Zungenbrechern kann man sich genauso herrlich verhaspeln, wie in den verschiedenen Werken der Entstehungsgeschichte von „Martha“ die auch Ballett-Titel in französischer Sprache aber mit englischen Ortsnamen enthielt was auch mal zu Irritationen bei der Aussprache führte. Man kennt es durchaus selbst. Wenn wieder viele englische Worte in einem Satz sind, tendiert man schnell mal dazu eigentlich deutsche Begriffe englisch auszusprechen. Diese kleinen Stolperer waren ebenso charmant und auflockernd wie besagter Sketch und zeigt einmal mehr: Wir sind alle nur Menschen.
Doch worum geht es eigentlich. Lady Harriet Durham und ihre Vertraute Nancy langweilen sich im englischen Adel. Auch die Avancen von Lord Tristan Mickleford machen es nicht besser, eher schlechter. Als sie eine Gruppe Mägde auf dem Weg zum Mägde-Markt in Richmond sehen kommt ihnen die Idee sich zu verkleiden und ebenfalls diesen Markt aufzusuchen. So stürzen sie sich als Mägde Martha und Julia in dieses Abenteuer. Lord Tristan muss als Bob mit. Martha und Julia werden von den Brüdern Lyonel und Plumket als Mägde für ein Jahr verpflichtet. Und somit nimmt das Schicksal seinen Lauf. Die Verwirrungen sind groß und amüsant.
Nach dieser gelungenen Einführung ging es dann mit Spannung in die Vorstellung, wurde doch für diese konzertante Aufführung ein Conférencier angekündigt. Auf der Bühne warteten schon eine Gartenbank und ein dekoriertes Tischchen. Alles sehr ungewöhnlich für eine konzertante Aufführung. Diese ist man eher sehr neutral und nüchtern gewohnt. Die Solisten im Abendkleid auf der Bühne, weder Bühnenbild, noch Requisite oder Kostüme. Hier war alles anders. Es ist fast schon eine szenische Aufführung mit minimalistischen Mitteln. Ich nöle ja gerne mal, dass die Kostüme und das Bühnenbild bombastischer sein dürfen. Hier hat mich die Umsetzung absolut geflasht. Ich habe optische Öde erwartet und wurde mit einer Gestaltung überrascht, die ihresgleichen sucht. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber für eine Verwechslungskomödie, und so verstehe ich die Handlung von „Martha“, sind meiner Meinung nach Kostüme sehr wichtig. Dies wurde hier perfekt eingesetzt. Es unterstrich die Handlung, ohne überladen zu wirken. Wie Ute Engelhardt nach der Premiere sagte, war es eigentlich schon fast eine szenische Aufführung.
Die Figur der Conférenciers hat mich besonders begeistert. Ben Janssen aus dem Schauspiel-Ensemble hat diese Rolle perfekt verkörpert. Er hat den Zuschauer wunderbar und humorvoll durch die Handlung geführt. Seine Texte unterstrichen auch die parodistischen Züge des Stückes, der Opéra Comique.
Insgesamt war die Besetzung herrlich und man hatte den Eindruck, dass einfach alles stimmig war. Besonders schön war das Zusammenspiel von Clark Ruth als Plumkett und Julia Rutigliano als Nancy, aka Julia, im zweiten Teil. Selbst bei den Ovationen hatte man noch irgendwie das Gefühl, sie spielten ihre Rollen einfach weiter. Dies alles strahlte so eine besondere Beschwingtheit und Leichtigkeit aus. Für Julia Rutigliano war dies ein Gastspiel. Im vergangenen Jahr spielte sie die Azucena in Verdis „Troubadour“. Ich finde ihre Stimme sehr angenehm und würde mich freuen, sie gelegentlich wieder hier zu hören. Clark Ruth ist einfach genial in seiner Rolle als Plumkett und ich bin immer wieder fasziniert von seiner Stimme. Diese warme Tiefe nimmt einen völlig gefangen.
Aber angenehme Stimmen gibt es im Stadttheater Gießen ja einige. Ich kann eigentlich nur alle loben. Julia Arújo spielt die hochnäsige Lady Harriet Durham, aka Martha, ausgesprochen pointiert und überzeugend. Ihre Mimik in dieser konzertanten Aufführung ist extrem fein und hebt wirklich dieses schnippisch-arrogante Wesen der Figur heraus. Ihr gewollt schneidender Sopran unterstreicht dies ebenfalls und ergänzt sich wunderbar mit den tieferen Lagen der anderen Sängerinnen und Sänger, besonders im regen Dialog mit den Tenören Tomi Wendt als Lord Tristan Mickelford, aka Bob, und Ferdinand Keller als Lyonel.
Insgesamt haben wir viele tolle Stimmen am Stadttheater. Hier sei auch der Richter von Richmond, gesungen von Leo Jang, sowie der gesamte Opernchor erwähnt. Alle haben eine tolle Leistung abgeliefert. Dies gilt auch für die Musikerinnen und Musiker des Philharmonischen Orchesters. Es ist einfach ein Ohrenschmaus. Heute hatte besonders das Horn seine Solomomente, aber auch die Oboe und die Klarinette. Insbesondere das in der Oper thematisierte irische Volkslied „Die letzte Rose“ fordert einfach nach einer Klarinette. Aus meiner Sicht eine ideale Kombination, da nur die Klarinette diesen warmen, aber doch manchmal auch stacheligen Klang hat, der den Charakter dieses Liedes widerspiegelt.
Insgesamt war dies wieder ein herrlicher Abend mit guter Musik, bei dem ich wunderbar unterhalten wurde. Wer eine steife konzertante Aufführung sucht, ist hier fehl am Platz. Wer aber einen tollen Abend mit guter Musik und fast schon szenischen Aufführung, sowie viel Humor erleben will, der sollte dringend schauen, wann die nächste Aufführung der romantisch-komischen Oper „Martha oder der Markt zu Richmond“ am Stadttheater Gießen ist. Das muss man wirklich gesehen haben.

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„The Bride! - Es lebe die Braut“: Ein radikaler, punkiger Blick auf einen Literaturklassiker

 „The Bride! - Es lebe die Braut“: Ein radikaler, punkiger Blick auf einen Literaturklassiker

Titel & Kinostart
The Bride! – Es lebe die Braut Bundesweiter Kinostart: 5. März 2026 Internationaler Start: 4. März 2026 (außerhalb Nordamerikas) Exklusiv in Kinos und IMAX-Theatern
Handlung
Maggie Gyllenhaal, die Oscar®-nominierte Drehbuchautorin und Regisseurin von Frau im Dunkeln, präsentiert mit The Bride! eine radikale, moderne Neuinterpretation der Frankenstein-Legende. Im Chicago der 1930er-Jahre bittet der einsame Frank (Christian Bale) die geniale Wissenschaftlerin Dr. Euphronius (Annette Bening), ihm eine Gefährtin zu erschaffen. Gemeinsam reanimieren sie eine ermordete junge Frau – die Braut (Jessie Buckley) ist geboren. Doch was folgt, übertrifft alle Erwartungen: Mord, Besessenheit, eine radikale Kulturbewegung und eine wilde, explosive Liebesgeschichte zwischen gesetzlosen Seelen.
Besetzung & Team
Hauptdarsteller:
Jessie Buckley (Oscar®-Kandidatin) als Die Braut
Christian Bale (Oscar®-Preisträger) als Frank
Annette Bening (fünfmalige Oscar®-Nominierte) als Dr. Euphronius
Peter Sarsgaard als Detective Jake Wiles
Penélope Cruz (Oscar®-Preisträgerin) als Myrna Malloy
Jake Gyllenhaal (Oscar®-Kandidat) als Ronnie Reed
Regie & Drehbuch: Maggie Gyllenhaal Produktion: Maggie Gyllenhaal, Emma Tillinger Koskoff, Talia Kleinhendler, Osnat Handelsman-Keren Kamera: Lawrence Sher Musik: Hildur Guðnadóttir (Oscar®-Preisträgerin für Joker) Kostüme: Sandy Powell (dreifache Oscar®-Preisträgerin) Schnitt: Dylan Tichenor (Oscar®-nominiert für There Will Be Blood)
Hintergründe & Besonderheiten
Inspiration: Der Film ist eine Hommage an Mary Shelleys Frankenstein und den Kultfilm Die Braut des Frankenstein (1935), erzählt jedoch eine völlig neue Geschichte aus der Perspektive der Braut – einer Frau mit eigenem Willen, Intelligenz und rebellischem Geist.
Punk & Romantik: Die Ästhetik verbindet 1930er-Jahre-Elemente mit einem rebellischen, „punkigen“ Stil. Kostümdesignerin Sandy Powell schuf für die Braut ein ikonisches orangefarbenes Kleid, das sowohl die Epoche als auch die radikale Energie der Figur widerspiegelt.
IMAX-Erlebnis: Der Film nutzt die IMAX-Technologie auf innovative Weise – nicht nur für Actionszenen, sondern auch für emotionale Höhepunkte, die das Publikum „im Bauch spüren“ sollen.
Musik: Hildur Guðnadóttir komponierte einen Soundtrack, der Punk-Attitüde mit romantischen Orchesterelementen verbindet – unter anderem mit Beiträgen von Sonic Youth und Fever Ray.
Themen & Botschaft
Autonomie & Selbstbestimmung: Die Braut weigert sich, als bloße Gefährtin zu existieren. Sie fordert Wahrheit, Freiheit und die Anerkennung ihrer gesamten Persönlichkeit – inklusive ihrer „monströsen“ Anteile.
Liebe & Lügen: Die Beziehung zwischen Frank und der Braut beginnt mit einer Lüge, die ihre Dynamik prägt. Der Film fragt: Kann Liebe auf Täuschung aufgebaut werden?
Gesellschaftskritik: Die Braut wird zur Symbolfigur für alle Ausgestoßenen, die gegen gesellschaftliche Normen rebellieren. Ihre Geschichte ist ein Aufruf, die „Monster“ in uns selbst zu akzeptieren.
Zitate der Filmemacher
Maggie Gyllenhaal (Regie/Drehbuch):
„Die Braut in den klassischen Versionen hat kaum eine Stimme. Ich wollte wissen: Was passiert, wenn wir ihr Agency geben – Intelligenz, Leidenschaft, Wut und die Fähigkeit, ‚Nein‘ zu sagen?“
Jessie Buckley (Die Braut):
„Die Braut ist eine Superheldin der Wahrheit. Sie sprengt die Decke des Establishment und definiert neu, was es bedeutet, zu lieben und zu leben.“
Christian Bale (Frank):
„Frank ist ein Monster, das gelernt hat, seine Wut zu zügeln – bis er die Braut trifft. Plötzlich merkt er: Vielleicht war ich bisher nur am Atmen, nicht am Leben.“
Fazit für Leser:innen der Literaturlounge
The Bride! ist mehr als ein Genre-Film: Es ist ein visuell atemberaubendes, emotional radikal offenes Werk über Identität, Rebellion und die Kraft der Selbstbestimmung. Wer Mary Shelleys Frankenstein-Mythos mag, Dark Fantasy mit historischer Tiefe schätzt oder einfach ein Kinoerlebnis sucht, das unter die Haut geht, sollte sich den 5. März 2026 rot im Kalender markieren.
„Ein Film, der die Grenzen zwischen Monster und Mensch verwischt – und das Publikum zum Mitfiebern zwingt.“

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Die letzte Wahl – Eric Sander

 Die letzte Wahl – Eric Sander

Klappentext:
Die “Volkspartei” will den Umsturz in Deutschland. Er will sie stoppen. Die Jagd beginnt
Als der Journalist Nicholas Moor mit seiner Tochter in einem abgelegenen Berghotel Urlaub macht, filmt er mit einer Drohne zufällig ein Geheimtreffen der aufstrebenden rechtspopulistischen Volkspartei. Die Aufnahmen sind brisant: Sie zeigen detaillierte Umsturzpläne für die Zeit nach dem erwarteten Wahlsieg. Die Security-Leute der Volkspartei haben die Drohne jedoch bemerkt, und sie sind gewillt über Leichen zu gehen, um zu verhindern, dass Nicholas die Pläne veröffentlicht. Er sieht nur noch einen ungeheuerlichen Ausweg, um den Staatsstreich zu verhindern …
Rezension:
Solche Bücher wie dieses liebe ich ja, wenn Politik auf Thriller trifft, wenn die Fiktion des Buches verdammt nahe an der Realität ist. Hier ist es die Volkspartei, die na ja schon sehr nahe an der neuen Rechten oder anderen populistischen Parteien zu suchen ist.
Da ist der charismatische Parteiführer Markus Hartwig, der sich schon als den nächsten „Volkskanzler“ sieht. Er geht über Leichen, wobei auch da im Hintergrund jemand steht, der die Fäden in der Hand hält.
Es gibt es einen Sicherheitsdienst, der immer wieder sämtliche Spuren beseitigt. Eine Liste von Menschen, die gegen die Volkspartei sind und die nach der Machtübernahme beseitigt werden sollen. Klingt irgendwie nicht ganz unbekannt.
Dazu gibt es einen Journalisten, der beobachtet, wie sich die Stimmung im Land immer mehr verschärft. Er ist an einem Wochenende zusammen mit seiner Tochter in den Bergen, genießt das Wochenende und spielt mit einer Drohne und seiner Tochter. Wie soll es anders sein, er filmt aus Versehen ein Treffen der Parteispitze der Volkspartei.
Durch einen Zufall entdeckt ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes die Drohne und sie schießen auf die Drohne. Es gibt eine Verfolgungsjagd wobei es dem Sicherheitsdienst primär um die Drohne geht. Diese bleibt in den Bergen hängen und wird am nächsten Tag vom Sicherheitsdienst aufgespürt, noch bevor Nicholas mit seinem Freund und Arbeitskollegen Lucas die Drohne bergen können.
Die Volkspartei setzt alles in Bewegung um herauszufinden, wem diese Drohne gehört, da sie davon ausgehen, dass Nicholas die Umsturzpläne mitbekommen hat. Sie finden sehr schnell heraus, wo er arbeitet und diskreditieren ihn in seiner Branche. Da fiel mit das Video des Browser Balletts auf YouTube ein, welches sich „Applaus von Rechts“ nennt. Nur dass sie hier im Roman ein Interview, welches Nicolas mit Hartwig geführt hat, vollkommen schönen, nachdem sie die Zeitung übernommen haben.
Wie so oft es gibt so vieles zu schreiben, vieles was mich geschockt und gelegentlich zu schlaflosen Nächten geführt hat. Manchmal dachte ich auch mal darüber nach, ob populistische Parteien mittlerweile wohl das Sagen bei der Zeitung mit den GROSSEN Buchstaben haben.
Oft stellte ich mir auch die Frage, was kann man gegen solche Parteien machen? Meine Methode ist es, solche Bücher zu lesen, darüber nachzudenken wie dicht wir teilweise daran sind, dass es genau so kommen könnte wie beschrieben und darüber zu berichten.
Die Frage, was kann ich dafür tun, um unsere doch sehr anfällige Demokratie zu schützen, ist wichtig. Meine Antwort ist, dass ich wohl immer weiter solche Themen anfasse und darüber schreibe. Nur eigenständiges Denken kann den Menschen vor Fallen schützen.
Denn das, was ich immer wieder in diesem Buch gemerkt habe, ist, dass wir aufpassen müssen. Querdenker, Populisten und andere versuchen uns zu sagen, dass wir nicht in einer Demokratie leben. Klar, perfekt ist unsere Demokratie nicht, aber solange wir eine Wahl haben, zwischen verschiedenen Parteien und Menschen, so lange wir unsere Meinung sagen können und uns die Polizei auch schützt, so lange leben wir in einer Demokratie. Populisten und Querdenkern würde ich gerne mal sagen, versucht mal das, was ihr hier macht, in der Türkei, Russland, China oder vielen anderen Ländern. Lasst uns zusammenleben und auf uns achten und lasst den Hass einfach draußen. Wir müssen gemeinsam versuchen, dieses Land zu schützen. Nicht dass unser Land irgendwann von einer Person abhängig ist und diese Person sich wirklich zwischen dem Schutz unserer Demokratie und dem der eigenen Familie entscheiden muss.
Lest solche Bücher wie „Die letzte Wahl“ damit ihr darüber nachdenkt und jeder vielleicht trotz der Fiktion des Buches überlegt, wie man diese Demokratie schützen kann. Auch wenn nicht alles perfekt ist, dies ist es nie! Unsere Demokratie ist schon recht gut, aber sie ist nur so stabil, wie wir bereit sind auch etwas dafür zu tun.
Viel Spaß beim Lesen und genießt diesen Thrill, den dieses Buch hervorruft und denkt ein wenig darüber nach, wie nahe diese Fiktion an unserer Realität ist.
Geht wählen, damit dies nicht unsere letzte Wahl ist!
Titel: Die letzte WahlAutor/In: Sander, Eric
ISBN: 9783751709729
Verlag: Bastei Lübbe
Preis: 4,99 € - E-Book
Erscheinungsdatum: 30. Juli 2021
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Juhu, berühmt! Ach nee, doch nich – Christin Henkel

 Juhu, berühmt! Ach nee, doch nich – Christin Henkel

Klappentext:
Unerhörte Abenteuer einer Musikerin
Christin Henkel hat ein Faible für Prokrastination, einen Hang zum Liebeskummer und einen tiefschwarzen Humor. Die junge Kabarettistin ist hochtalentiert, aber jenseits der Musik lauern die Fettnäpfchen. In “Juhu, berühmt! – Ach nee, doch nich‘.” erzählt sie vom schweren Weg, sich selbst zu finden, vom seltsamen Treiben in der Musikbranche und davon, wie ein Label versuchte, aus ihr eine Helene Fischer zu machen. Am Ende hat sie etwas, das ihr niemand nehmen kann und alle aus den Händen reißen: ihre erste eigene Platte “KlaKaSon”.
Die Singer-Songwriterin war mit “Surflehrer Klaus”, der Burn-out hat und “Juhu verliebt! Ach nee, doch nich’” zu Gast bei Nightwash, Sebastian Puffpaff oder Dieter Nuhr und verzaubert regelmäßig mit ihren zarten Tönen und sarkastischen Texten das Publikum.
„Junge zarte Frau mit engelsgleichem Lächeln sitzt am Klavier und singt zynische Lieder.“ Deutschlandfunk
Rezension:
Es wurde mal wieder Zeit für was lustiges oder doch nich‘? Tja, wo fange ich an und wo ende ich diesmal? Das ist wohl eher das Thema bei dieser Rezension. Irgendwie konnte ich mich in bestimmten Situationen wirklich wiederfinden. Ich habe ja im Laufe meines Lebens schon so einiges gemacht, auch Konzerte veranstaltet, und konnte deswegen so einiges was Christin Henkel beschrieben hat nachempfinden.
Dieses phantastische oder du bist toll, was sie bei Universal erlebt hatte, kam mir doch sehr bekannt vor. Aber dass es wirklich so ist, dass die Künstler von den Plattenfirmen nichts zu essen bekommen, war auch mir neu. Eine Grundversorgung sollte doch immer gegeben sein. Aber ich greife mal wieder vor, auch wenn mich dies ziemlich aufgeregt hat, und auch Stunden später mich noch immer sehr aufregt.
Ziemlich interessant und auch irgendwie erheiternd fand ich das Kapitel über die Popakademie in Mannheim. Die ach so hochgelobte Akademie, wo die neuen Sternchen „produziert“ werden sollen. Es wird ein wenig erklärt was dort alles passiert, und dass sicherlich nicht alles schlecht ist. Ich denke, man kann einen kleinen Einblick erhaschen, auch wenn es in dem Falle von Christin Henkel nur ein zeitlich begrenzter Workshop war.
Auch den Stress, welchen man hat, wenn man sich entscheidet Musik zu studieren, vor allem, wenn man Komponieren möchte, konnte man recht schnell erkennen. Dass dies nicht alles so einfach ist, und dass viel von einem verlangt wird, war für mich nicht gerade neu, aber doch sehr interessant zu lesen. Auch wenn in dem teil nur an der Oberfläche gekratzt wird, ist der Leistungsdruck doch sehr schnell zu erkennen.
Ich musste bei dem Kapitel wo es die Autorin nach China verschlagen hatte sehr oft lachen. Ich hatte den Eindruck, dass sie noch immer nicht genau weiß, was dort eigentlich abgelaufen ist. Es war sicherlich eine Erfahrung vor 5000 Menschen auf der Bühne sein Lied vorzutragen. Auch was das Essen in China betrifft konnte ich mir sehr gut vorstellen, dass es sicher nicht leicht war damit zurechtzukommen, insbesondere mit Blick auf spezielle Zutaten.
Ich könnte jetzt zu jedem Kapitel etwas schreiben, denn jedes Kapitel des Buches ist absolut lesenswert, da es intensive Einblicke in das Leben eines Künstlers gewährt. Man kann in bestimmten Situationen richtig lachen in anderen Situationen muss man erstmal eine Runde nachdenken.
Gut finde ich, dass die Autorin sich nicht hat verbiegen lassen. Soweit ich das beurteilen kann, anhand der Fotos auf dem Umschlag, hat sie eine gewisse Ausstrahlung und Aussehen. Aber deswegen sie zu einer Helene zu machen - ich weiß ja nicht? Ich finde es gut, dass sie versucht ihren Weg zu gehen, dass sie ihre Musik macht, so wie sie es sich wünscht und damit auch Erfolg hat.
Ich habe mir es mich nicht nehmen lassen und habe nach der Künstlerin sofort gesurft (noch bevor ich das Buch gelesen habe). Was ich fand gefällt mir und ich habe auch einige Stücke in meine Musiksammlung und in unseren Radiostream aufgenommen. Ich hoffe, dass ich damit einen kleinen Beitrag zur Steigerung der Bekanntheit der Autorin leisten kann.
Denn eines könnt ihr mir glauben, sie kann schreiben, singen und Musik machen! Worin ich nicht mit ihr übereinstimme ist, dass alle Pfadfinder nicht wissen wie man eine Gitarre stimmt, so wie sie es in einem Kapitel über Liedermacher mehr oder weniger dargestellt hat. Dem muss ich aus Erfahrung widersprechen. Bis auf dieses kleine Manko ist das Buch absolut lesenswert - nicht nur wegen der lustigen, sondern auch wegen der nachdenklichen Passagen.  Ich freue mich auf die neuen Songs von Christin Henkel und genauso warte ich auf weitere Bücher. Und ich hoffe, dass beide Wünsche in Erfüllung gehen.
Titel: Juhu, berühmt! Ach nee, doch nichAutor: Henkel, Christin
ISBN: 9783426440438
Verlag: Droemer Knaur
Preis: 4,99 € - E-Book
Erscheinungsdatum:  2. Dezember 2016
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„Einer muss doch anfangen“ – Warum Sophie Scholls Geschichte aktueller ist denn je

 „Einer muss doch anfangen“ – Warum Sophie Scholls Geschichte aktueller ist denn je

In dieser Episode widme ich mich der Rezension des Buches “Einer muss doch anfangen” von Werner Milstein, das das Leben der berühmten Widerstandskämpferin Sophie Scholl beleuchtet. Am 9. Mai 2021, anlässlich ihres 100. Geburtstags, wird in diesem Werk auf eindrucksvolle Weise die Biografie einer der symbolträchtigsten Figuren im Kampf gegen das Hitlerregime betrachtet. Milstein nimmt den Leser mit auf eine Reise durch Sophies Leben und hinterfragt, inwiefern ihr Werdegang auch heutigen Jugendlichen Orientierung und Sinn stiften kann.
Die Erzählung beginnt mit einem Einblick in Sophies aufregende Kindheit, in der sie in einem von kritischen Gedanken und Kunst geprägten Umfeld aufwächst. Ihre Familie hat eine Vorliebe für ‘entartete Literatur’, was sich als bedeutend für ihre spätere Entwicklung herausstellt. Sophie und ihre Geschwister wuchsen in einem Haus auf, das Werte wie Toleranz, Gerechtigkeit und Empathie verleugnete und beeinflusste sie nachhaltig. Dabei war Sophie Scholl eine leidenschaftliche Jugendliche, die auch die Bündische Jugend wie die HJ erlebte, jedoch bald begann, das Regime und dessen Ungerechtigkeiten zu hinterfragen.
Im Verlauf des Podcasts werde ich tiefer in ihre Beziehungen eintauchen, insbesondere die innige, aber oft umstrittene Liebe zu Fritz Hartnagel, die eine zentrale Rolle in ihrem Leben spielt. Sophies Glaube an Gott sowie an die Freiheit prägten ihren Widerstand gegen das Unrecht, was sich in ihren Freundschaften und ihrer allgemeinen Neugier für Kunst, Literatur und Musik widerspiegelt. Diese Facetten ihres Charakters, ihre leider oft ungehobene Veranlagung zur Kunst, werden durch Zeichnungen, die im Buch abgedruckt sind, veranschaulicht und zeigen, wie vielschichtig Sophie Scholl tatsächlich war.
Besonders bewegend sind die persönlichen Reflexionen, die ich beim Lesen des Buches hatte. Mir wurde schmerzlich bewusst, wie wichtig es ist, auch heute den Widerstand gegen Extremismus und Unterdrückung aufrechtzuerhalten. Dies regte mich an, über den Zustand der Demokratie in unserer Zeit nachzudenken und wie wichtig es ist, Kritikpunkte zu hinterfragen und Grundrechte zu verteidigen. Das Buch wird zu einer emotionalen Achterbahnfahrt und lässt mich oft nachdenklich zurück.
Ich schließe die Episode mit der festen Überzeugung, dass die Geschichten von Menschen wie Sophie Scholl nicht nur historisch relevant sind, sondern auch als Quelle der Inspiration für künftige Generationen dienen sollten. Ihr Erbe lehrt uns, dass wir für unsere Überzeugungen einstehen müssen, und dass wir immer für Gerechtigkeit und Freiheit kämpfen sollten. “Einer muss doch anfangen” von Werner Milstein kann als Grundlage dafür dienen, die Gedanken über Demokratie und das Aufbegehren gegen Unrecht zu beleben.

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Jacky Marrone – Ritt auf der Kanonenkugel - Franziska Biermann

 Jacky Marrone – Ritt auf der Kanonenkugel - Franziska Biermann

Klappentext:
Ein neuer Fall für Privatschnüffler Jacky Marrone
Baron Hugo von Mumpitz hat eine wirklich blühende Phantasie! Sehr zum Vergnügen aller erzählt er gerne von seinen »fast« erlebten Abenteuern. Doch weil er als Höhepunkt seiner Vorstellung gern mal eine Konfettisalve vom Dach seines Hauses in den Nachthimmel feuert, gefällt das seinem ordnungsliebenden Nachbarn gar nicht. Aber wer hätte gedacht, dass der scheinbar harmlose Nachbarschaftskrach zu einer handfesten Bedrohung für die gesamten Bewohner der kleinen Stadt Brem wird? Jetzt kann nur noch einer helfen: Jacky Marrone springt in seinen Aal-Anzug und macht sich mit Sprühseil, Hosentaschenharpune und Detektivkoffer auf, um den unglaublichen Fall zu lösen.
Rezension:
Jacky Marrone, die tierische Antwort auf Sherlock Holmes, hat wieder zugeschlagen. Diesmal begegnet er einen Baron und zwar nicht irgendeinem, nein, sondern dem Baron Hugo von Mumpitz. Dieser hat einen besonderen Hut, und zwar den fantastischen Hut, der ihm hilft, die besonderen Geschichten zu erzählen, die er für den kleinen Fantasie Salon benötigt.
Alice und Jacky sind auch einmal zu Gast und hören der Geschichte zu, welche er an diesem Abend erzählen will, aber da stürmt auch schon der Nachbar rein, ein gewisser Ewil Blech und stört die Veranstaltung. Jacky und Alice fesseln diesen wütenden Nachbarn und bringen ihn nach Hause. Während Baron Hugo von Mumpitz in einem bunten Haus wohnt, wohnt Ewil Blech eher in einem Grau in Grau, so ohne Farbe, ohne Pflanzen und einfach nur bäh.
Nun kommt es, wie es kommen muss. Der fantastische Hut verschwindet und jeder weiß, glaube ich, wer für Jacky der Hauptverdächtige ist.
Interessant ist wie immer der Weg, den Franziska Biermann beschreibt. Sie hat eine solche Fantasie, wie sie alles miteinander verbindet, wie sie moderne Dinge wie Roboter mit dem Baron von Münchhausen verknüpft. Zumindest jeder Erwachsene kennt diesen berühmten Ritt auf der Kanonenkugel.
Für mich sind die Geschichten um Jacky Marrone und Alice immer wieder lesenswert, da sie mich jedes Mal an meine Kindheit erinnern, in der man sich auch immer wieder solche fantastischen Geschichten ausgedacht und erzählt hat. Ich glaube, genau dies macht die Bücher von Franziska Biermann aus, dass man sich als Kind und auch als Erwachsener vorstellen kann, diese Geschichten in der Fantasie zu erleben. Da gibt es immer wieder neue Dinge, die Alice in ihrem Laden hat. Diesmal gibt es einen Aal-Anzug für Jacky und so ist es immer wieder. Ich habe stets das Gefühl, da schreibt ein großes Kind für kleine Kinder. Und nein, ich meine dies nicht abwertend, sondern ich finde, sie ist genau die Person, die diese Geschichten erzählen kann und niemand anderes. Lassen sie doch einfach einmal die Fantasie ihres Kindes ein wenig wachsen! Ich denke, diese Bücher sind genau die richtigen dafür.
Titel: Jacky Marrone – Ritt auf der KanonenkugelAutor/In: Biermann, Franziska
Band: 3
Altersempfehlung: ab 7 Jahre
ISBN: 978-3423763141
Verlag: dtv Verlag
Preis: Restauflagen
Erscheinungsdatum: 13. November 2020

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Das Reich der sieben Höfe – Dornen und Rosen – Sarah J. Maas

 Das Reich der sieben Höfe – Dornen und Rosen – Sarah J. Maas

Klappentext:
Sie hat ein Leben genommen. Jetzt muss sie mit ihrem Herz dafür bezahlen.
Die junge Jägerin Feyre wird in das sagenumwobene Reich der Fae entführt. Nichts ist dort, wie es scheint. Sicher ist nur eins: Sie muss einen Weg finden, um ihre Liebe zu retten. Oder ihre ganze Welt ist verloren.
Rezension:
Sarah J. Maas ist den meisten bekannt durch die Buchreihe Throne of Glass, auch ich bin des Öfteren über diese Reihe gestolpert. So war ich erfreut, dass ich diesen Roman lesen durfte. Und damit meine ich wirklich, ich war glücklich, als ich dieses Buch ausgepackt habe.
Ich darf endlich eine Buchreihe gleich am Anfang miterleben. Ein neues Gefühl für mich und ich muss sagen, das Buch hat mich recht schnell in seinen Bann gezogen. Es wird die Jägerin Feyre beschrieben, die mit ihren zwei Schwestern und ihrem Vater in sehr ärmlichen Verhältnissen lebt,  bis sie eines Tages einen Wolf erlegt. Das Tier schien viel zu groß für einen normalen Wolf. Wie sich später herausstellt, war es ein Fae. Eines jene Wessen, welche früher wie Götter von den Menschen behandelt wurden und auch ähnliche Fähigkeiten haben. Diese haben sie so ausgelebt, dass sie die Menschen unterdrückten, was später zu einem Krieg geführt hat.
Feyre wird also von einem High Fae mitgenommen und lebt von da an im Reiche der Fae.
Sie lebt nicht mehr in Armut und wird dort auch nicht wie eine Sklavin gehalten, sondern lebt dort ein Leben, welches sie sich so nicht hat erträumen können. Sie lernt die Schönheit der Natur neu kennen, da sie von dem High Fae Tamlin eine ganz neue Welt gezeigt bekommt.
Aber sie merkt auch schnell, dass nicht alles Gold ist, was in diesem Land so glänzt. Irgendetwas legt einen Schatten auf das Land der Fae und somit auch auf ihr Land, das Land der Menschen.
Soviel zur Geschichte. Ich hoffe, ich habe diese soweit gut genug wiedergegeben. Nun gehöre ich ja nicht gerade zum klassischen Zielpublikum von Sarah J. Maas. Aber, und das muss ich einfach einmal sagen, sie kann schreiben und dies ziemlich gut. Die ersten 300 Seiten gingen mir auch wirklich gut durch die Finger. Man kann sagen, es war Pageturner mäßig. Und dies ist noch untertrieben.
Wo ich etwas Probleme hatte, war bei der Liebesgeschichte zwischen den beiden. Die war mir etwas zu ausführlich - auch wenn ich weiß, dass es zu der Geschichte gehört und auch entscheidend für das Buch ist, aber mir war es ein Stück zu langatmig, weswegen der Lesefluss bei mir ein wenig ins Stocken gekommen ist. Aber wie gesagt, sie hat eine gute Art und Weise alles zu beschreiben, allerdings nimmt sie an dieser Stelle im Buch ein wenig die Geschwindigkeit heraus.
Aber zum Ende hin nimmt sie dann noch einmal richtig Fahrt auf. Man will immer wieder die nächste Seite umblättern, so dass man gelegentlich mal vergisst, zu essen oder etwas zu trinken.
Es ist ein Buch, welches ein perfektes Ende hat. Nicht unbedingt von der Story her, aber es ist einfach so, dass man sich auf den nächsten Band der Reihe freut, weil doch noch einige Stränge nicht zu Ende erzählt sind. So wie es auch sein sollte. Ich freue mich auf den nächsten Band, auch wenn ich mir wünsche, dass ich dann in der Mitte nicht so einen kleinen Hänger habe. Aber ich kann mir vorstellen, dass gerade dies bei vielen Lesern gut ankommt.
Ich will wirklich gerne wissen, wie sich die Beiden weiterentwickeln und ich möchte noch einiges über das Reich der sieben Höfe wissen, über deren Bewohner und jeden einzelnen High Fae. Ich hoffe auch, dass Feyres sterbliche Familie noch eine Rolle spielen wird.
Spannend ist es auf alle Fälle und die Figuren sind, egal ob gut oder böse, facettenreich gezeichnet und mit einer gewissen Tiefe. Sie sind nicht einfach nur Gut und Böse, sondern sie haben alle ihre Sonnenseiten oder ihre Schattenseiten.
Also ich will mehr und ich hoffe, ihr geht in die Buchhandlung und entscheidet dort genauso wie ich.
Titel: Das Reich der sieben Höfe – Dornen und RosenAutor: Maas, J. Sarah
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
ISBN: 9783423718493
Verlag: dtv Verlag
Preis: 12,95 €
Erscheinungsdatum:  10. Februar 2017
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Hard Liquor – Der Geschmack der Nacht - Marie Graßhoff

 Hard Liquor – Der Geschmack der Nacht - Marie Graßhoff

Klappentext:
Tycho ist als Nachfahrin alter Götter übermenschlich stark. Besonders, wenn sie Alkohol trinkt. Nicht schlecht, um sich als Barkeeperin in New York gegen zwielichtige Typen zu behaupten. Doch auch nicht ohne Schattenseiten. Damit niemand jemals hinter ihr Geheimnis kommt, muss sie selbst ihren besten Freund Logan auf Abstand halten. Dann taucht auf einmal die attraktive Grayson in ihrem Leben auf, und Tycho hat zum ersten Mal das Gefühl, sich jemandem öffnen zu können. Aber Grayson hat ihr nicht die ganze Wahrheit erzählt. Und als kurz darauf eine Sekte hinter Tycho her ist, um ihre Kräfte für sich zu beanspruchen, weiß sie nicht, wem sie vertrauen kann …
Rezension:
Ein Genre von dem ich eigentlich komme, ist das Fantasy-Genre. Aber in den letzten Jahren war mir das meistens viel Herzschmerz, Sexuell zu aufgeladen und ich komme mit dem Young Adult einfach nicht zurecht, in dem sich der Fantasybereich momentan oft bewegt. Also habe ich mich innerlich davon verabschiedet. Ich brauche nun mal keine Liebesromane im Fantasykleid.
Irgendwie landete „Hard Liquor“ von Marie Graßhoff dann auf meinem Lesestapel. Ich weiß nicht warum. Ich glaube ich habe mich beschwert, dass Fantasy momentan nur im Young Adult Stil unterwegs ist. Ich begebe mich also auf wundersame Weise nach New York und lerne Tycho kennen. Tycho ist eine junge Frau, die sich selbst noch sucht und mit ihrem Leben eher unzufrieden ist. Sie studiert das Altertum, will es aber eigentlich nicht studieren. Das kennt man irgendwoher. Manche haben auch jahrelang einen Job, den sie eigentlich nicht mögen, oder studieren etwas, was sie eigentlich nicht studieren wollen.
Dazu hat Tycho ihre Familie verloren, die von einer Gruppe Menschen umgebracht wurde. So hat sie nur noch Logan und seine Familie, bei der sie mehr oder weniger lebt, wenn sie nicht gerade studieren ist, oder in der Bar arbeitet. Als sie gemerkt hat, dass sie besonders stark ist, also eigentlich fast übermenschlich, wenn sie Alkohol trinkt, zieht sie sich von Menschen, die ihr nahe stehen zurück. In diesem Zustand übt sie sehr gerne auch Selbstjustiz aus, wie etwa. an den Menschen, die ihre Familie getötet haben.
Aber sie erzählt es niemandem, noch nicht mal ihrem besten Freund Logan und seiner Familie. Eines Tages wird sie von Grayson angesprochen und sie verliebt sich ein wenig in sie. Diese lockt Tycho aber in eine Falle, da sie in einer Behörde arbeitet, wo Menschen, die von Götter abstammen beobachtet werden und von dem Doppelleben weiß. Tycho hat die Gene von einem Kriegsgott und Bacchus, dem Gott des Weines, in sich.
Grayson und die Behörde „D.I.E.T.“ beobachteten sie schon sehr lange, stellen Tycho eine Falle und nehmen sie gefangen. Die versucht zu fliehen und kommt sich total verloren, einsam und unverstanden vor, außer komischer Weise bei Grayson, auch nach deren „Verrat“. Dass es da noch eine Gruppe von verrückten Kultanhängern gibt, die die Kräfte der Götter zusammen bündeln wollen, ist irgendwie nicht wirklich überraschend. Dass jeder andere mehr über die Kräfte und ihr Inneres weiß, wird auch immer klarer, da die Personen, die sie hätten aufklären können, getötet wurden.
Zwischendurch ist es richtig blutig und abgefahren, dazu immer wieder diese Selbstzweifel, die Tycho hat. Die Fragen, warum sollte man sie mögen, dieses borderlinehaftige an ihr, oder wie man mit Sex seine Gefühle unterdrückt. Dazu die geballte Ladung an Götterkraft, die dann teilweise im Radio gefeiert wird, wo sie als „Captain Wodka“ bekannt ist. Dies alles, macht es verdammt gut zu lesen.
Dieses auf der einen Seite ein Superheld zu sein, aber auch Selbstzweifel zu haben, ist auf der einen Seite total abgefahren, macht Tycho aber total nahbar. Es ist eine gesunde Mischung, genauso wie mit der Liebe und dem Sex in dem Buch. Gut, es knistert immer so nebenbei ein wenig zwischen Grayson und Tycho durch die Geschichte und ja es gibt auch eine Sexszene, aber es ist anders. Es ist nicht so extrem plakativ. Auch diese Zweifel, die man hat, wenn man das erste Mal mit einer Person schläft, werden thematisiert. Es ist nicht alles perfekt und toll, sondern man spürt dieses Normale, was man immer beim ersten Mal hat, zwischen den Zeilen.
Für mich ein guter Auftakt mit besonderen Ideen, wie so eine Götternachfahrin in der heutigen Zeit sein könnte. Es gibt alles vom Übernatürlichen, bis hin zu packenden Kämpfen und unterschiedlichen Charakteren, die sich nicht unbedingt alle mögen, auch wenn sie auf der gleichen Seite stehen. Es ist so der gesunde Mix, der einem sagt, zu viel von allem kann einfach schlecht sein. Mich macht es sehr neugierig, wie Marie Graßhoff bei den anderen Teilen der Serie mit anderen Göttern umgeht. Ob sich da nur die Speisen ändern, oder auch die Eigenschaften? Schließlich bietet so ein Food-Universe wie es Marie Graßhoff entworfen hat sicherlich noch einiges an Möglichkeiten. Vielleicht werde ich diese ja auch noch entdecken. Ich bin zumindest mehr als neugierig darauf.
Titel: Hard Liquor – Der Geschmack der NachtAutor/In: Graßhoff, MarieBand: 1ISBN: 978-3-404-18510-8Verlag: Bastei LübbePreis: 17,00 €Erscheinungsdatum: 23. Dezember 2021
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Ein fast perfekter Antrag – Die romantische Komödie des Jahres mit Iris Berben und Heiner Lauterbach

 Ein fast perfekter Antrag – Die romantische Komödie des Jahres mit Iris Berben und Heiner Lauterbach

Kinostart: 26. Februar 2026
Eine Liebesgeschichte, die Generationen verbindetMit “Ein fast perfekter Antrag” bringt das Erfolgsduo Marc Rothemund (Regie, u.a. Mein Blind Date mit dem Leben, Wochenendrebellen) und Richard Kropf (Drehbuch, u.a. Kleo, 4 Blocks) eine hinreißende romantische Komödie auf die große Leinwand. Nach ihrem gemeinsamen Kinoerfolg Wochenendrebellen (2023) setzen die beiden ihre erfolgreiche Zusammenarbeit fort – diesmal mit zwei der beliebtesten deutschen Schauspieler: Iris Berben (Traumfrauen, Der Spitzname) und Heiner Lauterbach (Enkel für Fortgeschrittene, Willkommen bei den Hartmanns), die hier erstmals als Liebespaar zu sehen sind.
Worum geht’s?Der eigenwillige Witwer Walter (Heiner Lauterbach) verbringt seinen Ruhestand damit, Restaurants zu testen und akribisch online zu bewerten. Doch sein geordnetes Leben gerät durcheinander, als er bei einem Restaurantbesuch zufällig seine Jugendliebe Alice (Iris Berben) wiedertrifft. Vor 40 Jahren hatte er ihr einen Heiratsantrag gemacht – und war spektakulär gescheitert. Alice, eine lebensfrohe und freigeistige Kunstprofessorin, ist auch heute noch das genaue Gegenteil des altmodischen, akkuraten Walter. Doch sein Ehrgeiz ist geweckt: Er will es diesmal besser machen. Alice jedoch hat keine Lust auf Beziehungsstress und stellt eine Bedingung: Erst wenn Walter echtes Interesse an ihrer Welt zeigt, bekommt er vielleicht eine zweite Chance. Und so schreibt sich der pensionierte Ingenieur – der sich nie für Kunst interessiert hat – zu Alices Entsetzen als Gaststudent in ihrem Seminar ein.Doch nicht nur Alice stellt Walter vor Herausforderungen: Auch die Begegnung mit seinen 40 Jahre jüngeren Kommiliton:innen bringt ihn an seine Grenzen. Unerwartet finden sich Alice und Walter in einem neuen, aufregenden Kapitel ihres Lebens wieder – und müssen sich fragen: Rostet alte Liebe wirklich nicht?
Warum dieser Film besonders ist"Ein fast perfekter Antrag" ist mehr als eine klassische Liebeskomödie. Der Film erzählt mit Witz, Leichtigkeit und viel Herz eine erfrischende Geschichte über die zweite Liebe im Leben – und zeigt, dass es nie zu spät ist, neue Wege zu gehen. Die Chemie zwischen Iris Berben und Heiner Lauterbach ist unwiderstehlich, und die Dynamik zwischen den Generationen wird mit viel Feingefühl und ohne Klischees inszeniert.Regisseur Marc Rothemund betont: „Liebe kennt kein Alter. Sie ist allgegenwärtig. Der Film zeigt, wie wichtig es ist, um das Herz des anderen zu kämpfen – egal, wie alt man ist.“Drehbuchautor Richard Kropf ergänzt: „Es geht um Neugierde und die Bereitschaft, sich auf Unbekanntes einzulassen. Walter und Alice lernen voneinander – und das bereichert ihr Leben auf eine Weise, die sie nicht für möglich gehalten hätten.“
Ein perfektes TeamIris Berben und Heiner Lauterbach glänzen in den Hauptrollen und bringen ihre jahrzehntelange Erfahrung und ihr komödiantisches Timing auf die Leinwand. Die beiden Schauspieler, die sich seit vielen Jahren kennen, haben sich bewusst für dieses Projekt entschieden – und spielen hier erstmals ein Liebespaar.Iris Berben über ihre Rolle: „Alice ist eine selbstbestimmte Frau mit klaren Vorstellungen. Sie ist modern, klug und humorvoll – aber auch verletzlich. Das macht sie so sympathisch.“Heiner Lauterbach über Walter: „Er ist ein komplizierter Typ, aber genau das macht ihn interessant. Hinter seiner akribischen Fassade steckt ein Mensch, der noch einmal ganz von vorne anfangen will.“
Drehort Regensburg: Eine Stadt als KulisseDie Geschichte spielt in der malerischen Stadt Regensburg, deren mittelalterlicher Charme und die lebendige Atmosphäre der Universität den Film prägen. Die Dreharbeiten fanden auch in Wien statt, wo die Studierenden ihre Semesterabschlussfahrt unternehmen – mit originalen Gemälden aus der Albertina als beeindruckende Kulisse.Produzent Lasse Scharpen (Studio Zentral) schwärmt: „Regensburg hat uns mit offenen Armen empfangen. Die Stadt ist nicht nur wunderschön, sondern auch voller Leben – genau wie unser Film.“
Ein Film für alle, die an die Liebe glauben"Ein fast perfekter Antrag" ist eine Hommage an das Leben, die Liebe und die Bereitschaft, sich immer wieder neu zu verändern. Mit einer Mischung aus Humor, Herz und gesellschaftlicher Relevanz ist der Film ein perfektes Kinoerlebnis für alle, die sich auf eine charmante, berührende und unterhaltsame Geschichte freuen.Kinostart: 26. Februar 2026 – nur im Kino!

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Für immer und einen Weihnachtsmorgen – Sarah Morgan, gelesen von Irina Scholz

 Für immer und einen Weihnachtsmorgen – Sarah Morgan, gelesen von Irina Scholz

Klappentext:
Skylar Tempest hat noch nie verstanden, warum der Fernseh-Historiker Alec auf der ganzen Welt geliebt wird. Schließlich verhält er sich ziemlich abgehoben und hat es sich in den Kopf gesetzt, sie nicht zu mögen. Als das Schicksal ihr am Ende des Jahres dazwischenfunkt, muss sie Heiligabend ausgerechnet an seiner Seite verbringen. Und obwohl ihr diese Weihnachtszeit zunächst nicht sehr gnadenbringend erscheint, könnten die Glocken auf Puffin Island nicht süßer klingen. Denn bei ihm und seiner Familie herrscht das schiere Festtagschaos. Und das kann manchmal ganz schön liebenswürdig sein …
Rezension:
Das Cover lässt es schon vermuten – es ist kein Krimi sondern eine romantische Geschichte. Also genau das richtige in der Vorweihnachtszeit für gefühlsbetonte Menschen, aber auf keinen Fall was für mich. Das war zumindest meine Grundeinstellung. Die sogenannte „Frauenliteratur“ ist meist nicht wirklich mein Fall. Zur Flucht vor der Realität bevorzuge ich eher einen schönen Fantasy-Roman. Aber irgendwas hat mich gefesselt und dazu gebracht, das Buch bis zur letzten Sekunde aufmerksam zu hören.
Skylar scheint erst mal eine erfolgreiche Frau zu sein. Eine Künstlerin, die ihre erste Vernissage in London hat, dazu noch einen Erfolgreichen Freund, der gerade zum Senator gewählt wurde. Sie ist einfach glücklich und hofft nun mit ihm die vielen geplanten Dinge unternehmen zu können. Doch dann zeigt er sein wahres Gesicht und für Skylar bricht eine Welt zusammen. Ausgerechnet in dieser erniedrigenden Situation kommt Skylar ein Bekannter zu Hilfe, von dem sie es am wenigsten erwartet hätte. Alec ist für sie immer nur ein überhebliches arrogantes A*** gewesen. Eine Person, die sie ihren gemeinsamen Freunden zu liebe erträgt. Er macht das Unerwartete. Er bleibt bei ihr, pflegt und unterstützt sie. Nimmt sie zu einem vorgezogenen Weihnachtsfest mit zu seiner Familie.
Hier erlebt Skylar ein absolutes Kontrastprogramm zu einer Weihnachtsfeier in ihrer Familie. Nichts ist geplant, keine Sitzordnung und ein Gast passt immer noch an den Tisch. Eine Herzlichkeit, die mir eigentlich völlig normal erscheint, denn so kenne ich Weihnachten. Klar, es wird etwas Besonderes gekocht, aber ansonsten ist es normal und ungezwungen. Skylar aber kommt aus einer mir völlig fremden Welt, in der sich das Leben nur darum dreht wer welche Stellung hat bzw. wie man eine entsprechend bessere erreicht. Zum Weihnachtsessen werden keine Freunde eingeladen, sondern Menschen die Einfluss haben und für das berufliche Leben des Vaters oder der Kinder wichtig sein könnten. So ein Weihnachten könnte ich nicht ertragen – Skylar eigentlich auch nicht, aber es ist nun mal ihre Familie. Eigentlich kann sie einem nur Leid tun. Sie hat mich stark an eine Freundin erinnert, die ebenfalls mit solch oberflächlichen Streben nach der Zugehörigkeit zu den Reichen und Schönen aufgewachsen ist. Daher muss ich ehrlich sagen, so wenig wie ich normaler Weise für die Liebesliteratur übrig habe, dieser Roman hat vieles, dass sehr realistisch und gar nicht so unwahrscheinlich ist, wie man denken könnte.
Während des Hörbuchs musste ich oft an meine Familie denken, die ich immer nur am Wochenende sehe. Und ähnlich wie Alec brauche ich meine Freiheit, schätze aber den sicheren Hafen bei Eltern und Geschwistern. Vielleicht hat mich da die vorweihnachtliche Sentimentalität erwischt, aber das Buch hat mir einfach gefallen. Skylar, Alec und auch die anderen Figuren sind als Charaktere sehr gründlich gezeichnet. Man kann sich sehr gut in sie hineinversetzen und sieht die Situationen immer wieder aus verschiedenen Blickwinkeln.
Das einzige, was mich ein wenig genervt hat, war die für meinen Geschmack zu intensive Beschreibung der Liebesszenen. Ob das jetzt an der Hörbuchfassung oder am Originaltext lag, kann ich nicht sagen, aber in einem Buch hätte ich einfach weitergeblättert. Bei einer CD ist das nicht ganz so einfach, da man ja nicht weiß wie lange die Passage ist. Da es nur einzelne Szenen waren, lässt sich das aber noch ignorieren.
Mein Fazit: Das gesamte Buch ist hörenswert – nicht nur vor Weihnachten. Man muss sich mal drauf einlassen. Ob es an meiner winterlichen Stimmung lag, oder ob mir auch ein weiteres Buch von Sarah Morgan gefällt, werde ich demnächst testen. In meinem kleinen Stapel Hörbücher auf Warteschleife liegt noch eins von ihr.
Titel: Für immer und einen WeihnachtsmorgenAutorin: Morgan, SarahSprecher: Scholz, IrinaLaufzeit: 275 min.ISBN: 9783961090181Verlag: Lübbe AudioPreis: 9,95 €Erscheinungsdatum: 14. Oktober 2016
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Wie „Gießen zu Fuß“ meine Sicht auf die Heimatstadt verändert hat

 Wie „Gießen zu Fuß“ meine Sicht auf die Heimatstadt verändert hat

In dieser Episode besprechen wir das Buch “Gießen zu Fuß” von Norbert Schmidt und Marc Schäfer, welches einen neuen Blick auf die Stadt Gießen und ihre verborgenen Schätze vermittelt. Als Einheimischer teile ich meine Gedanken über die Lieblingsorte und Geschichten, die in diesem Werk vorgestellt werden, und wecke ein Bewusstsein für die sich ständig wandelnde Stadt, die sowohl von Universität als auch von Handel geprägt ist.
Die Autoren, die in Gießen leben und die Stadt gut kennen, bieten mit ihrer Rezension eine Einladung, Gießen aus einer anderen Perspektive zu erleben. Statt einer negativen Stadtkritik, wie sie der berühmte Georg Büchner einst geäußert hat, schildern sie die lebendigen Stadtteile und ruhigen Wohngebiete, die man auf Spaziergängen entdecken kann. Diese Spaziergänge sind sowohl für neue Gäste als auch für alteingesessene Bürger gedacht, um verborgene Schönheiten zu entdecken, die möglicherweise übersehen wurden.
Ich reflektiere meine persönlichen Erfahrungen und wie das Buch mich dazu gebracht hat, meine eigene Wahrnehmung von Gießen zu hinterfragen. Dabei beleuchte ich sowohl bekannte Orte wie die Bonifatius-Kirche und den Botanischen Garten, als auch weniger beachtete Orte wie ein modernes Wohnhaus mit integrierter Reithalle oder die faszinierende Streetart-Galerie. Trotz meiner jahrelangen Erkundungen der Stadt gab es viele Überraschungen und neue Einsichten, die mir durch die Lektüre des Buches eröffnet wurden.
Im Gespräch geht es auch um die Bedeutung von Büchern wie “Gießen zu Fuß”, die uns helfen, die Schönheit und Vielfalt unserer Umgebung besser wahrzunehmen. Denn jede Stadt hat ihre eigenen Perlen, die entdeckt werden wollen. Ich ermutige jeden, dieses Buch zu lesen und Gießen mit neuen Augen zu sehen, um die verborgenen Facetten und Geschichten der Stadt zu erleben. Mit der Vorstellung, dass selbst ich als ortsansässiger Gießener noch viel zu entdecken habe, wird deutlich, dass dieses Buch für Einheimische und Studierende gleichermaßen von Wert ist.

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Zwischen Pariser Leichtigkeit und Hollywood-Glanz mit Tobias Feldmann im Stadttheater Gießen

 Zwischen Pariser Leichtigkeit und Hollywood-Glanz mit Tobias Feldmann im Stadttheater Gießen

Es ist endlich wieder Zeit für ein Sinfoniekonzert im Stadttheater Gießen. Die Einführung hielt dieses Mal Leonard Lampert. Er erzählte viel über Germaine Tailleferre, eine Komponistin, die bereits mit zwölf Jahren ans Pariser Konservatorium ging, nachdem ihre Mutter sie am Klavier gefördert hatte. Man stelle sich das vor: 1904 wurde eine junge Frau am berühmten Konservatorium in Paris angenommen! Sie muss außerordentlich talentiert gewesen sein. Interessanterweise kannte ich von ihr vorher nichts, weshalb ich sehr gespannt war auf das, was mich erwartete.
Lampert sprach auch über Erich Wolfgang Korngold. Wieder so ein Fall, wo der Komponist bereits mit elf Jahren erste Erfolge verzeichnen konnte. Man hätte fast denken können, dass Lampert ein wenig eifersüchtig auf die frühen Leistungen dieser beiden Komponisten sein könnte. Besonders reizvoll war außerdem, dass beim „Violinkonzert D-Dur op. 35“ der bekannte Violinist Tobias Feldmann den Solopart übernahm. Dass Korngold darüber hinaus zwei Oscars für seine Filmmusik erhielt, machte die Vorfreude nur größer.
Was mir an der Einführung sehr gefiel, war Lamperts lockere Kleidung und vor allem seine klare, einfache Sprache, da viele junge Menschen im Publikum waren. Seine Art der Vermittlung war fesselnd und zugänglich.
Don nun zum Konzert. Es begann mit der „Ouvertüre für Orchester op. 32“ von Germaine Tailleferre. Ein wunderbares, beschwingtes Stück – leicht, heiter, voller Freude. Ich war ganz beschwingt und hätte gerne noch mehr von ihr gehört. Warum wird eine Komponistin mit dieser fantastischen Musik so selten gespielt? Tailleferre gehörte mit Georges Auric, Louis Durey, Arthur Honegger, Darius Milhaud, Francis Poulenc zu der „Groupe des Six“, die für ihre Zeit rebellisch die gängige Romantik ablehnten. Wenn die anderen Komponisten auch nur halb so reizvoll sind, habe ich einiges nachzuholen.Es folgte Erich Wolfgang Korngolds „Thema mit Variationen op. 42“ (1953). Man merkt dem Stück seine filmische Herkunft an. Ich hatte alle möglichen Gefühle vor Augen, wie bei einem packenden Film. Kein Wunder, dass Korngold mit seiner Filmmusik so erfolgreich war. Diese Variationen riefen in mir Bilder und Stimmungen hervor, die ich nicht erwartet hatte.
Dann folgte das „Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 35“ mit Tobias Feldmann. Bei vielen Solisten frage ich mich immer wieder, wie man ein Instrument so beherrschen kann. Wie Feldmann mit dem Philharmonischen Orchester zusammenspielte, war traumhaft. Violinen können mich sonst manchmal reizen, wenn sie zu schrill sind oder zu sehr herausstechen. Aber wenn Musiker im Ensemble verschmelzen, wirkt die Musik wie Balsam. Feldmann ging ganz im Stück auf. Es spielte eine tragende Rolle, ohne zu übertreiben, mit einer Fingerfertigkeit, die ich bewundere. Solche Momente zeigen, wie sehr Musiker ihr Instrument lieben und in der Musik aufgehen. Das Violinkonzert wirkte in seiner Grundstimmung ganz anders als die vorherigen Stücke von Korngold und berührte ganz andere Saiten in mir.Nach einer Zugabe und einem besonderen, getragenen Gefühl ging es in die Pause – und ich glaube, vielen im Saal ging es ähnlich.
Nach der Pause stand Richard Strauss’ „Don Juan“ auf dem Programm. Davon hatte ich vorab gehört, es sei das Highlight des Abends. In unserem schönen Stadttheater und vom Philharmonischen Orchester gespielt, war es überwältigend. Ich schloss die Augen und ließ mich von der Musik tragen. Ob es mein persönliches Highlight war, weiß ich nicht eindeutig. Alles war toll und manchmal ist es schöner, abseits der üblichen Klassiker, Neues zu entdecken. Trotzdem war „Don Juan“ beeindruckend.
Den Abschluss bildete erneut Korngold mit der „Schauspielouvertüre op. 4“ aus dem Jahr 1911. Er hat dieses Werk komponiert, als er gerade einmal vierzehn war. Wie kann jemand in diesem Alter schon so reife Musik schreiben? Es war ein besonderes Erlebnis.
Der ganze Abend war musikalisch ein echtes Highlight. Ich habe zwei Wunderkinder gehört, die mir vorher unbekannt waren, und viel über die Anfänge der Filmmusik gelernt. Diese frühen Werke stehen für mich klanglich heute noch gut da. Mein Fazit: Bitte grabt weiter „neue“ Komponistinnen und Komponisten aus, gerne mehr Komponistinnen wie Tailleferre. Für mich war sie die überraschendste Entdeckung des Abends und vielleicht sogar das anfängliche Highlight.Geht raus und probiert es aus! Geht ins Theater, in Konzerte, Opern, Theaterstücke, Tanz! Kultur in jeglicher Form erleben macht einfach glücklich.

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Love on Tour – Coupleontour

 Love on Tour – Coupleontour

Klappentext:
In ihrem Ratgeber “Love on Tour” erzählen Ina und Vanessa dir ihre ganz persönliche Geschichte. Du bist ein Mensch, du bist du und du bist mehr als genug! Das ist alles, was hier zählt. Schon früh merkten die beiden, dass sie sich zum gleichen Geschlecht hingezogen fühlten. Aus Angst hielten sie ihre Beziehung anfangs geheim, mittlerweile ist das Pärchen jedoch verlobt. Sie nehmen dich in ihrem Buch mit auf die Reise zu sich selbst, erzählen vom absurden Gefühl, nicht normal zu sein und davon, sich einzugestehen, in eine Frau verliebt zu sein. Außerdem berichten sie vom großen Glück der Liebe und dem unglaublichen Mut, zu sich selbst zu stehen. Ihre persönliche Geschichte wird von zahlreichen Fakten, Informationen und Tipps rund um die Themen Toleranz, Selbstakzeptanz und Geschlechtsidentität begleitet. Auf Aktivseiten kannst du deine Gedanken und Gefühle mitteilen und dich ganz individuell mit dem Thema auseinandersetzen.
Rezension:
Eines vorneweg, ich bin weder bi noch schwul, aber ich habe so meine Erfahrungen, mit dem, was Vanessa und Ina so beschreiben. Aber dazu vielleicht später mehr.
Interessant finde ich, dass die beiden mal ganz konsequent am Anfang anfangen und über ihre Familien berichten. Da waren keine schwulen oder lesbischen Menschen dabei. Bei mir ist das ganz anders. Einer in meiner Familie ist schwul und ganz ehrlich er ist für mich einer der besten Menschen, die ich kenne.
Auch die Aussage, dass viele Männer noch nie einen Mann geküsst haben, kann ich weit von mir weisen. Ich habe das Früher mal mit Freunden gemacht, einfach aus der Laune heraus. Dadurch habe ich dann auch meine spätere Freundin kennengelernt, Funfact dabei, sie hat später eine Frau geheiratet, wobei sie mich an meiner Arbeit angesprochen hatte, wegen einer Laune am Abend vorher in unserer Stammdisco.
Was die Zeit der Suche, das Kennenlernen und die erste gemeinsame Zeit angeht, ist es doch gar nicht so unterschiedlich wie bei mir oder anderen, auch wenn ich sagen muss, dass diese Anfeindungen sicherlich nicht so einfach wegzustecken sind.
Ich habe das Ende der 90er Jahre bei einem Arbeitskollegen erlebt, der sich zur Frau hat umoperieren lassen. Diesen Spießrutenlauf, würde ich niemanden wünschen. Auch Frauen und Männer in meinem Bekanntenkreis, die sich geoutet haben, wurden nicht immer gut behandelt. Ich glaube, dafür ist dieses Buch auch gut, damit zu zeigen das es nicht schlimm ist, anders zu sein. Einfach Mut zu machen zu seiner Neigung zu stehen und auch aufzuzeigen, wie toll eine bunte Gesellschaft ist.
Was das Gendern in der Sprache betrifft, sorry, da tue ich mir noch immer schwerer, als wenn ich gleichgeschlechtliche Menschen Händchen haltend durch die Gegend laufen oder sich Küssen sehe. Ich hoffe, man kann mir dies verzeihen. Mich stört es einfach im Lesefluss.
Aber was mir noch wichtig ist, die beiden haben sich verdammt viel Mühe gegeben! Es ist ein Buch zum selbst mitmachen. Da geht es mal um Filme und Serien, die man benennen sollte. Da gibt es Suchbilder und unwahrscheinlich viel Emotionen, die sie in einem wecken, dazu Bilder von den beiden, persönliche Einträge aus dem Tagebuch und anderes mehr.
Also ein Buch, dass man als Unterstützung für sich selbst bei der Suche und dem Finden von sich selbst und an das eigene Festhalten bezeichnen kann und auch ein wenig, um als Hetero vielleicht die Andersdenkenden besser verstehen zu können.
Ich wünsche den beiden, alles erdenklich Gute bei der traditionellen Hochzeit als Frau und Frau und bleibt euch selber treu.
Titel: Love on TourAutor/In: CoupleontourAltersempfehlung: ab 14 JahreISBN: 978-3-96096-161-1Verlag: CE Community Editions GmbHPreis: 16,00 €Erscheinungsdatum: 24. Juni 2021
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Das geheime Leben eines jeden im Keller Theatre Gießen (The Secret Lives of Henry & Alice)

 Das geheime Leben eines jeden im Keller Theatre Gießen (The Secret Lives of Henry & Alice)

Ich versuche ja momentan ein wenig, das kulturelle Leben meiner liebsten Heimatstadt wieder beim Aufleben zu erleben. Diesmal habe ich mich weit weg aus meiner Komfortzone bewegt. Das Keller Theatre in Gießen ist das älteste englischsprachige Theater in Deutschland und wurde schon 1958 gegründet. Und nein, ich war vor dem gestrigen Abend nie da, da mir meine Englischlehrerinnen immer gesagt haben, Markus, du kannst kein Englisch. Gut, ich habe mich ja schon auf Englisch mit Ken Follett, Donna Leon oder Robert Harris unterhalten, aber ein englisches Theaterstück, ohne Untertitel und ohne mein Backup, ist eine neue Herausforderung.
Aber da muss ich wirklich sagen, macht einem das Keller Theater trotzdem Spaß! Auf dem Spielplan steht „The Secret Lives of Henry & Alice“ von David Tristram. Man stelle sich einfach mal ein Ehepaar vor, so 40 plus und schon lange verheiratet. Der Mann, in dem Falle Henry, arbeitet im Büro, seine Ehefrau Alice ist mit Leib und Seele Hausfrau. Und dann ist Henry so ein Typ Mann, der nach Hause kommt und gleich den Fernseher an macht und nie seine Komfortzone verlässt. Dass da Alice nicht gerade glücklich ist, kann man gut verstehen. Wenn dann auch noch der Mann auf die Idee kommt, seiner Frau zu Weihnachten oder Geburtstag, oder wann auch immer, eine Spülmaschine zu schenken, und das als die Idee des Jahrhunderts zu verkaufen, ist der Krach absehbar. Wer solche Geschenke schon einmal unterm Weihnachtsbaum für die Freundin oder Frau gelegt hat, der weiß wie das endet.
Ich habe das nie gemacht, schon alleine deswegen, weil ich es schon mal bei einem anderen Paar erlebt habe. Liebe Männer, es ist nie eine gute Idee Haushaltsgeräte oder so zu verschenken. Dazu dann noch keine weiteren Informationen, so nach dem Motto es ist ein Geschirrspüler der ist nun mal weiß und spült. Ganz schlechte Idee.
Das sich dann die Frau in Tagträume flüchtet, ist vollkommen klar. Dass sich dann auch noch Henry in Tagträume flüchtet, weil er mit seiner Frau nicht redet, vollkommen klasse. Dabei möchte er eigentlich ein gefeierter Standup Comedian sein, oder Henry Bond, ist vollkommen klar.
Dieser Urlaub in Wales ist der größte Klopfer. Ich könnte über diese ganze Situation noch immer lachen und da ist es egal, ob über Alice oder Henry, wobei mir die bissigen Kommentare von Alice einfach am besten gefallen.
Diese beiden Schauspieler, egal ob Linda Krug als Alice oder Stefan Hennig als Henry, geben einem wirklich das Gefühl, dass die beiden immer Englisch sprechen. Ich habe schon von Schotten oder Amerikanern ein viel schlechteres und unverständlicheres Englisch gehört. Vor allem wie Stefan Hennig spricht, da ist mir wirklich die Kinnlade runtergefallen. Schnell und relativ deutlich, was aber vielleicht auch an der Akustik im Hermann-Levi-Saal liegt. Und das obwohl er wohl leichte Probleme mit der Stimme hatte, wie ich während der Pause gehört habe.
Linda Krug als Alice habe ich fast immer besser verstanden, wobei mir auch bei ihr kleine Haspler vorgekommen sind. Aber he, das ist meckern auf verdammt hohen Niveau. Die beiden würden auch gut als Schauspieler ins Stadttheater passen. Diese Intensität der beiden, es passt einfach. Die Mimik und Gestik der beiden, es ist nie übertrieben und auf den Punkt.
Vielleicht liegt es auch an der Regie von Rosemary Bock, ich weiß es nicht, aber offenbar versteht auch sie ihr Handwerk und ich finde es ist alles mit verdammt viel Gefühl gestaltet. Es sind immer diese Kleinigkeiten, die das große Ganze ausmachen.
Auch dieses Leuchten in den Augen der anderen Mitglieder des Keller Theatre, wenn man mit ihnen spricht, ist eine Wonne. Ich ärgere mich tierisch darüber, dass ich diese Komfortzone nicht früher verlassen habe. Ich bin froh, dass ich vielleicht durch Corona kulturell so ausgehungerter bin, dass ich auf einmal auch solche Veranstaltungen versuche. Aber an diese Abstände zwischen Veranstaltungen möchte ich mich nicht gewöhnen.
Und noch etwas. So ein Theaterstück, ist sehenswert und auch wenn man nicht viel Geld hat, aber als Student 8€ oder als Erwachsener 12€ sollten einfach drin sein. Und wenn man dann noch eine Cola oder so trinkt, ist man dann auch noch mit 2€ dabei dies sollte einem das Ganze einfach Wert sein.
Auch wenn es Laien sind, sie machen es fabelhaft, mit so viel Gefühl, mit einer Energie, die man spüren kann, und dies trotz der Abstände und der Maske. Es muss nun mal leider sein, da sich manche einfach nicht impfen lassen wollen und dann aber ohne Gegenleistung ins Theater oder Konzert gehen wollen.
Leute, wenn ihr wollt, dass wir bald wieder normal leben, dann lasst euch impfen! Wir werden dadurch schneller wieder Theater mit einem Nebenmann oder Nebenfrau erleben, zusammen Konzerte erleben, wo wir feiern und abgehen können. Je länger es dauert, dass wir nicht die 80% erreicht haben, desto länger spielen wir mit der Existenz kleiner Theater, Konzertveranstalter, Musikern, Autoren etc. und desto länger werden wir kein wirkliches Miteinander erleben.
Ich kann jedem empfehlen, wenn ihr die Möglichkeit habt in das Keller Theatre zu gehen, oder andere kleine Bühnen zu unterstützen, dann macht es einfach! Wenn ihr aus der Gegend von Gießen oder Mittelhessen seid, dann schaut einfach mal auf der Homepage vorbei und wenn es noch eine Vorstellung gibt, dann besucht sie. Ich freue mich schon jetzt auf das nächste Stück und ich werde weiter die Stücke des Theaters besuchen, vielleicht dann wieder auf der kleinen Bühne und mit vielen Zuschauern. Ich würde es ihnen wirklich wünschen.

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Dead of Winter – Eisige Stille: Ein packender Survival-Thriller mit Emma Thompson

 Dead of Winter – Eisige Stille: Ein packender Survival-Thriller mit Emma Thompson

Ein Film, der unter die Haut geht – jetzt nur im Kino!
Die Geschichte: Ein Kampf ums Überleben in eisiger Wildnis
Barb Sorenson (gespielt von der zweifachen Oscar®-Preisträgerin Emma Thompson) begibt sich in die abgelegene Wildnis von Minnesota, um den letzten Wunsch ihres verstorbenen Mannes zu erfüllen: seine Asche an dem See zu verstreuen, an dem ihre gemeinsame Liebe einst begann. Doch was als stille Trauerreise beginnt, wird zum Albtraum: Barb wird Zeugin eines brutalen Verbrechens – eine junge Frau wird entführt und in einer verlassenen Hütte gefangen gehalten.
Ohne Handyempfang, Meilen entfernt von der Zivilisation und bei eisigen Temperaturen, steht Barb plötzlich vor einer unmöglichen Entscheidung: Soll sie fliehen und Hilfe holen – oder das Mädchen allein aus den Fängen der skrupellosen Entführer (gespielt von Judy Greer und Marc Menchaca) befreien? Ein atemloser Überlebenskampf beginnt, nicht nur gegen die Kälte, sondern auch gegen die eigene Angst und die gnadenlose Natur.
Warum dieser Film ein Muss ist
Emma Thompson in einer ihrer intensivsten Rollen: Als Barb zeigt sie eine Frau, die trotz tiefer Trauer und Überforderung alles riskiert, um ein fremdes Leben zu retten. Eine Heldin, die nicht nach Ruhm strebt, sondern einfach das Richtige tut.
Atmosphäre pur: Die verschneiten Landschaften Minnesotas werden zu einem eigenen Charakter – schön, aber tödlich. Die Kälte ist fast greifbar, die Einsamkeit fast unerträglich.
Ein Thriller mit Tiefe: Keine klassischen Entführungsmotive wie Geld oder Sex, sondern ein Kampf ums nackte Überleben. Jeder Charakter hat seine eigenen Dämonen – und seine eigene Art, mit dem Tod umzugehen.
Regie von Brian Kirk: Bekannt für seine Arbeit an Serien wie Game of Thrones und Filmen wie 21 Bridges, inszeniert Kirk einen Film, der Spannung und Emotion perfekt verbindet.
Die Besetzung: Ein Staraufgebot
Schauspieler:inRolleBekannt ausEmma ThompsonBarb SorensonSinn und Sinnlichkeit, Harry Potter, Bridget JonesJudy Greer„Purple Lady“Ant-Man, Jurassic World, The DescendantsMarc Menchaca„Camo Jacket“Ozark, The OutsiderLaurel MarsdenLeah, das EntführungsopferMs. Marvel, The Pope’s ExorcistGaia WiseJunge BarbPicknick mit Bären (Tochter von Emma Thompson)
Hinter den Kulissen: Eine internationale ProduktionDead of Winter – Eisige Stille ist eine Koproduktion der augenschein Filmproduktion (Deutschland) und Stampede Ventures (USA) in Zusammenarbeit mit LEONINE Studios und dem ZDF. Gedreht wurde in atemberaubenden Schneelandschaften, die die Isolation und die Bedrohung durch die Natur perfekt einfangen.Die Filmmusik stammt von Volker Bertelmann, der für Im Westen nichts Neues 2023 den Oscar® gewann – ein weiterer Grund, warum dieser Film nicht nur visuell, sondern auch akustisch beeindruckt.Fazit: Ein Film, der packt und nicht mehr loslässtDead of Winter – Eisige Stille ist mehr als ein Thriller: Es ist eine Geschichte über Mut, Trauer und die Frage, was uns im Angesicht des Todes wirklich wichtig ist. Mit einer herausragenden Emma Thompson, atemberaubenden Bildern und einer Spannung, die bis zur letzten Minute anhält, ist dieser Film ein absolutes Kino-Highlight.Nur im Kino – ab dem 19. Februar 2026!

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Lachen, Kopfschütteln, Nachdenken: Mein Fazit zu „Frau Yamamoto ist noch da“

 Lachen, Kopfschütteln, Nachdenken: Mein Fazit zu „Frau Yamamoto ist noch da“

Es ging ins Theater: Auf dem Programm stand die Premiere von „Frau Yamamoto ist noch da“.Zuerst gab es eine Einführung von Tim Kahn. Er erklärte, wie wichtig die Autorin Dea Loher für das Theater ist und worauf die Regisseurin beim Umgang mit dem Stoff geachtet hat. Beim Schauspiel, genauso wie beim Film oder in der Musik, kann man Stücke unterschiedlich interpretieren. Man muss es sogar, denn jede Bühne, jedes Ensemble oder Orchester hat andere Möglichkeiten. Warum ich die Einführung erwähne: Das Stadttheater setzt auf Einfache Sprache, und auf der Homepage ist die Sprache überall vereinfacht. Diesmal fiel mir auf, dass Kahns Einführung in Stil und Wortwahl diesem Standard teilweise nicht gerecht wurde. Normalerweise erreicht er mich emotional — diesmal erzeugte seine Ansprache eher ein Hintergrundrauschen. Meine Kollegin Kerstin sagte, ihr sei das schon öfter aufgefallen. Wahrscheinlich wäre es mir nicht so aufgefallen, wenn ich nicht inzwischen überall im Stadttheater die Einfache Sprache erlebe. Zum Stück selbst: Beim Betreten des Saals ist auf der Bühne schon Leben. Man sieht einen Querschnitt eines Hauses, überall sitzen Menschen, die später Teil des Stücks werden. Man erlebt, wie sich Nino, gespielt von Joey Nashaa Scholl, mit seinem Partner Erik, gespielt von Pascal Thomas, unterhält. Erik ist der Typ, der im Leben vorankommen möchte; Nino ist eher ein Träumer, der auf Menschen zugeht und von Frau Yamamoto erzählt. Roman Kurtz hat eine beeindruckende Präsenz: Er sitzt zu Beginn in Frau Yamamotos Wohnung, liest und ist trotzdem mit seiner Persönlichkeit präsent. Wie macht man das? Er sagt nichts, tut nichts Auffälliges — und trotzdem spürt man ihn. Das würde ich auch gerne können.
Das Grundthema des Stücks ist die Frage, wie man lebt und wie man mit den Menschen umgeht, die einen umgeben — wie offen man seiner Umwelt begegnet. Zentrale Figuren dabei sind Nino und Frau Yamamoto: Sie nehmen die Menschen, wie sie sind. Diese Grundhaltung wird uns in vielen verschiedenen Szenen, die zu einem Stück zusammenfließen, immer wieder vermittelt.
Man trifft auch ein Paar im Restaurant: Stina Jähngen spielt die Frau, Ali Aykar den Mann. Beide geben nicht unbedingt sympathische, eher unsichere Menschen. Man merkt das zum Beispiel daran, dass sie den verdorbenen Fisch nicht zurückgeben wollen, weil sie glauben, das Servicepersonal beobachte sie und verdächtige sie des Diebstahls. Solche kleinen Einspieler zeigen normale Menschen und liefern immer wieder Situationskomik. Oft kann man lachen oder mit dem Kopf schütteln. Bei Stina Jähngen hatte ich aber zwischendurch den Eindruck, sie sollte weniger „spielen“ und mehr in der Rolle aufgehen — manchmal wirkte es etwas überdreht, als hätte sie die Figur nicht vollständig angenommen.
Beachtlich ist die Verwandlungsfähigkeit aller Schauspieler*innen. Viele der zehn Schauspieler*innen schlüpfen in mehrere Rollen, manche gar in fünf verschiedene: Izabella Radić ist Servicekraft, überlegene Klientin eines schwachen Therapeuten, erfolgreiche Managerin sowie Fisch und Taube: Man nimmt ihr jede Rolle ab. Auch bei Carolin Weber habe ich das wieder erlebt: Ich saß da und dachte kurz, das könne nicht Carolin Weber sein — und doch war sie es. Besonders die Szene mit der Nachbarin, die durchs Fenster schaut, war so echt, wie man es in jedem Dorf und jeder Stadt beobachten kann.Lillith Borchert ähnelt in meiner Wahrnehmung Stina Jähngen: Sie könnte noch mehr zur Person werden und etwas weniger „spielen“. Andererseits stehen beide Schauspielerinnen am Anfang ihrer Karriere — da kann sich vieles noch sehr gut entwickeln. Eine besondere Leistung vollbringt Germaine Sollberger: Seit „Einsame Menschen“ gefällt sie mir immer. Ihr nehme ich sofort ab, dass sie Gedichte schreibt und genau so „tickt“. Die Frau im Schwimmbad mit dem Mädchen war genau das, was ich sehen wollte — sehr glaubwürdig. Das Kind im Schwimmbad spielte Nina Plagens: Ihr kindliches Wesen bringt sie stets gut rüber. Manchmal wirkt sie auf der Bühne etwas hektisch, aber diesmal hat sie mich als Milena, der Nichte von Erik, richtig abgeholt.
Eine Besonderheit in diesem Stück ist die Allgegenwart von Tieren: Tauben, Krähe, Wildschwein, Katze, Fisch oder Ratten — sie waren immer da und durchgängig überzeugend. Das lag nicht zuletzt an den großartigen Masken, die speziell für dieses Stück im Stadttheater gebaut wurden und allesamt sehr real wirkten. Kerstin und ich dachten zuerst, hinter der grazilen Bewegung der Fliege müsse eine Tänzerin stecken. Die Art, wie sie sich bewegte, wirkte wie eine echte Fliege in meinem Zimmer. Später stellte sich heraus, dass es Stina Jähngen war — ein Kompliment für ihre Verwandlung. Ein großes Lob geht auch an Anna Kuch, die den Schauspieler*innen diese Bewegungen beigebracht hat. Ich verneige mich vor der Leistung, so etwas menschlich zu erarbeiten.
Nach der Aufführung sprach ich zufällig ein Paar an, das vorher noch nie im Theater gewesen war — sie waren begeistert und angetan von dem Stück. Für sie war es ein besonderes Erlebnis; sie hoben besonders die Musik hervor, die Chris Lüers komponiert und zusammengestellt hat. Mir persönlich war der Schluss ein wenig schwach: Er wirkte auf mich zu wild und zu fröhlich und gleichzeitig etwas beliebig. Andererseits gefiel genau dies anderen — und darin liegt ja die Schönheit des Theaters: Kultur wirkt auf jede*n anders. Deshalb sollte man gemeinsam ins Theater gehen und all das erleben. „Frau Yamamoto ist noch da“ wird hoffentlich noch oft im Stadttheater Gießen zu sehen sein. Das Stück von Dea Loher macht Spaß und regt zugleich zum Nachdenken an.

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Haltung zeigen gegen das Vergessen: Ein Weckruf aus den Straßen Gießens

 Haltung zeigen gegen das Vergessen: Ein Weckruf aus den Straßen Gießens

Irgendwie reißen die schwierigen Themen nicht ab. Heute hatte ich etwas Besonderes, was nicht direkt im Stadttheater stattfand: Ein Audiowalk mit dem Titel „Von Gießen nach Theresienstadt“. Am 13.02.2026 versammelten sich zwei Gruppen im Kassenraum des Stadttheaters. Alle waren gespannt. Es herrschte eine gespannte, fast freudige Erwartung. Wir wollten etwas (für einige) Neues aus der Geschichte erfahren — und wurden nicht enttäuscht, im schlimmsten wie im besten Sinn.
Ich habe schon vieles gemacht, nur noch keinen Audiowalk — und schon gar nicht zu solch einem ernsten Thema. Es beginnt ausgerechnet hier in Gießen und beschreibt das Schicksal von 13 Menschen, die am 13. Februar 1945 deportiert wurden. Wenn man bedenkt, dass Gießen am 28. März 1945 von den Amerikanern befreit wurde, ist das unfassbar. Krieg bleibt für mich unverständlich und ebenso unbegreiflich ist, wie Menschen andere Menschen zu einer „anderen Klasse“ herabstufen können, obwohl sie jahrelang friedlich miteinander lebten.
Dass einer der Mitarbeitenden des Stadttheaters, ein Mitarbeiter der ersten Stunde, Daniel Goldschmidt, ebenfalls deportiert wurde macht die Sache noch schwerer zu fassen. Dass Kultur und Theater zur Propaganda missbraucht wurden und das Stadttheater einen linientreuen Intendanten bekam, ist nachvollziehbar, wenn auch bitter. Intendantin Simone Sterr machte im Nachgespräch deutlich, dass nicht alles Gold war, was glänzte. Dennoch bemühte sich das Theater offenbar um den Schutz von Daniel Goldschmidt. Ich würde über den ehemaligen Intendanten sagen: „Er bemühte sich redlich.“. Mehr war es nicht.
Schon in den ersten Minuten des Walks steckte mir ein Kloß im Hals, und es wurde nicht besser, als wir vor der Kongresshalle standen, wo einst die Gießener Synagoge stand. Man schaut auf die Gesichter der Menschen, versucht hineinzusehen und spürt dieselbe Leere, die einem selbst den Atem raubt. Durch die Stimmen im Kopfhörer wird eindringlich erklärt, wie die Repressalien systematisch ausgeweitet wurden, wie Menschen enteignet wurden. Es ist immer wieder eine Erinnerung, die unter die Haut geht.
Ein paar Schritte weiter standen wir vor dem Gebäude der Gestapo in der Neuen Bäue. Ich stellte mir vor, wie Menschen dort gefangen gehalten, gefoltert wurden, und wie absurd es war, dass allein ein fehlender Name wie „Sarah“ oder „Israel“ schon genügen konnte, um Menschen zu stigmatisieren. Die Namen der 13 Deportierten zu hören, bleibt auch Stunden später noch schwer verdaulich.
Es wird nicht leichter, wenn beschrieben wird, wie sich Menschen von ihren Familien verabschieden mussten, wie sie nach Frankfurt gebracht wurden und sogar noch den Gestapobeamten bezahlen mussten. In Protokollen wurde genau notierten, wie viel es kostete. Viele trauten sich nicht, von langjährigen Nachbarn Abschied zu nehmen. Es ist kaum vorstellbar, wie die Familien nach dem Krieg versuchten, die Deportierten aus Theresienstadt abzuholen, aber die Kranken im Lager bleiben mussten, auch wie schwierig das Leben nach der Rückkehr nach Gießen war. Es wurden 300 DM Entschädigung zugesagt, die dann mit der Nothilfe verrechnet wurden. Krankheiten, die auf die Lagerhaft zurückzuführen waren, wurden einfach ignoriert.
Als ich eine Frau mit Tränen in den Augen vor dem Gebäude der Nothilfe sah, die Enkelin von Daniel Goldschmidt, wurde mir noch enger um die Brust. Sie erzählte, dass die Entschädigung für ihren Großvater erst nach seinem Tod bewilligt wurde. Da kann man nur den Kopf schütteln.
Das Nachgespräch hat mir vieles noch einmal nähergebracht. Simone Sterr, die Enkelin von Daniel Goldschmidt sowie Randi Becker und Michelle Damm, die die Recherche für den Audiowalk betrieben haben, sprachen mit uns. Dazu wurden immer wieder Fotos der genannten Personen gezeigt; zusammen mit den Unterschriften ergab das ein eindrückliches Bild. Die Stimmen in den Kopfhörern von den Schauspielern des Stadttheaters Gießen, Carolin Weber, Dascha Ivanova und Ben Janssen, die Berichte von Zeitzeugen vortragen, machten das Erlebnis besonders bewegend.
In Hanau sagt man immer wieder „Say their names“. Wie wäre es, wenn wir jedes Jahr am 13. Februar die folgenden Namen aufsagen: Selma Biedenkapp, Selma Bohling, Johanna Schmidt, Dora Scheurer, Emilie Feuster, Erna Schott, Henriette Fischer, Daniel Goldschmidt, Cornelia Jäger, Rose Glitsch, Emma Weber, Rosa Hansel und Berta Konrad. Das sind Menschen, die aus unserer Mitte gerissen wurden. Sie gehören zur mittelhessischen Geschichte und dürfen nicht vergessen werden.
Wir müssen Haltung zeigen. Wir dürfen uns nicht vor den Stimmungen der Welt beugen. Mein Uropa hat mich gewarnt: Wir müssen aufpassen und unsere Freiheit verteidigen. Sie ist heute überall bedroht. Wir wollen doch nicht, dass so etwas noch einmal passiert.
Vielleicht ist dieser kleine Anstoß nötig. Ich rate jedem aus Gießen und Umgebung: Nehmt an diesem Audiowalk teil. Lasst uns die Namen dieser Menschen immer wieder nennen und dafür sorgen, dass so etwas nie wieder geschieht.

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